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11.09.2019, 18:38 Uhr KOMMENTAR

Apples Zauber ist längst verflogen

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Apple-Chef Tim Cook präsentierte den Fans und der Öffentlichkeit am Dienstagabend die Neuheiten des Konzerns. Foto: Imago Images/XinhuaApple-Chef Tim Cook präsentierte den Fans und der Öffentlichkeit am Dienstagabend die Neuheiten des Konzerns. Foto: Imago Images/Xinhua

Osnabrück. Was waren das für Zeiten, als der Hohepriester des Apple-Kultes, Steve Jobs, vor seine Jünger trat, um ihnen das neueste iPhone zu präsentieren. Der Zauber ist längst verflogen, und das liegt nicht nur daran, dass der Konzernlenker heute Tim Cook heißt.

Der Smartphone-Markt ist gesättigt, die technischen Sprünge zwischen den einzelnen Generationen fallen immer kleiner aus. Hier ein neues Feature, dort eine bessere Kamera. Selbst die größten Apple-Fans überspringen eine oder mehrere Versionen des iPhones, zumal die Geräte immer teurer wurden. Damit immerhin ist es jetzt erstmal vorbei. Der Konzern hat offenbar die Schmerzgrenze der Kunden erreicht. 

Am grundsätzlichen Problem für Apple ändert sich aber nichts: Warum sollten Verbraucher viele hundert Euro für ein neues Gerät ausgeben, wenn das alte nach drei Jahren noch anstandslos läuft? Auch wer sein iPhone ersetzt, greift eher zu einem der älteren, günstigeren Modelle als zum aktuellen Flaggschiff.

Apple ist deshalb gut beraten, sich auf Dienste wie TV-Streaming zu konzentrieren und unabhängiger vom iPhone zu werden. Ansonsten sollte der Konzern vor allem das pflegen, was neben der starken Marke sein größter Trumpf ist: das Betriebssystem. Wer sich einmal in Apples Ökosystem eingerichtet hat, verlässt es so schnell nicht wieder.


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