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21.08.2019, 17:59 Uhr KOMMENTAR

Umwelthilfe überspannt den Bogen

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), hat die Politik und die Autobauer mit seinen Klagen wegen zu hoher Schadstoffbelastung vor sich hergetrieben. Nun sagt der Verein dem Silvesterfeuerwerk den Kampf an. Foto: dpaJürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), hat die Politik und die Autobauer mit seinen Klagen wegen zu hoher Schadstoffbelastung vor sich hergetrieben. Nun sagt der Verein dem Silvesterfeuerwerk den Kampf an. Foto: dpa

Osnabrück. Die Umwelthilfe hat ein feines Gespür dafür, wie man sich richtig unbeliebt macht. Vorstöße wie das Böllerverbot erinnern weniger an seriösen Umweltschutz als an die Schrullen religiöser Fundamentalisten. Es ist gut, dass der Städte- und Gemeindebund dem Ganzen eine Absage erteilt hat.

Die Anti-Diesel-Kämpfer von der Deutschen Umwelthilfe haben ein neues Angriffsziel entdeckt: das Silvesterfeuerwerk. Geht es nach dem Verein, soll in vielen Innenstädten nicht mehr geböllert werden – der Luftqualität zuliebe. 

Wer die Debatte über Dieselfahrverbote verfolgt hat, könnte glauben, deutsche Städte seien Todeszonen. Dabei ist die Luft seit Jahrzehnten immer sauberer geworden, die Schadstoffbelastung nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land gesunken. Wer die Luftqualität heute für unzumutbar hält, sollte sich mal mit älteren Bewohnern des Ruhrgebiets unterhalten. Die Feinstaubwerte etwa sind seit der Jahrtausendwende deutlich zurückgegangen. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst von Umweltverbänden, auf deren Betreiben hin Rußpartikelfilter für Dieselautos verpflichtend wurden.

Vereine wie die Deutsche Umwelthilfe oder der Nabu müssen aber aufpassen, sich nicht lächerlich zu machen, wenn sie Traditionen wie das Silvesterfeuerwerk oder Osterfeuer ernsthaft wegen der Feinstaubbelastung infrage stellen.


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