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13.08.2019, 18:25 Uhr KOMMENTAR

Kerosin stärker besteuern

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Ohne Kerosin keine Luftfahrt - daran wird sich wohl auch in den kommenden Jahrzehnten nichts ändern. Foto: dpaOhne Kerosin keine Luftfahrt - daran wird sich wohl auch in den kommenden Jahrzehnten nichts ändern. Foto: dpa

Osnabrück. Niemand sollte sich Illusionen hingeben: Der Flugverkehr wird in den kommenden Jahrzehnten nicht klimaneutral werden, allen Bemühungen zum Trotz.

Anders als der Straßenverkehr lässt sich die Luftfahrt aus technischen Gründen nicht elektrifizieren. Die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe steckt noch in den Kinderschuhen, und es ist nicht absehbar, ob sie je in ausreichenden Mengen und zu tragbaren Kosten verfügbar sein werden.

Die Produktion von Bio-Kerosin wirft neue Probleme auf. Wer auf Kerosin aus Pflanzen setzt, steht – ebenso wie beim Bio-Diesel – vor dem „Tank-oder-Teller-Problem“. Anbauflächen sind schließlich nicht unbegrenzt verfügbar. In den nächsten Jahrzehnten werden große Passagierflugzeuge deshalb weiter mit Kerosin auf Erdölbasis fliegen.

Der Anteil des Flugverkehrs am Klimawandel wird auf rund fünf Prozent beziffert. Das wäre weniger kritisch, wenn die Luftfahrt nicht auch noch so stark wachsen würde. Zwar hat sich die Branche verpflichtet, künftiges Wachstum durch Ausgleichsmaßnahmen wie Aufforstungen zu kompensieren. Doch es ist zweifelhaft, ob dahinter mehr als Symbolpolitik steht.

An den Einzelnen zu appellieren, weniger zu fliegen, ist sicher richtig, genügt aber nicht. Die europäische Politik sollte Kerosin besteuern und auf diesem Weg das Wachstum bremsen.


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