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12.07.2019, 15:20 Uhr KOMMENTAR

Die Autoriesen werden allein zu klein

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Ford-Chef Jim Hackett (li.) und VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess sind eigentlich Konkurrenten. Doch die Friktionen in der Autowelt lassen sie zusammenrücken. Foto: Boris Roessler/dpaFord-Chef Jim Hackett (li.) und VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess sind eigentlich Konkurrenten. Doch die Friktionen in der Autowelt lassen sie zusammenrücken. Foto: Boris Roessler/dpa

Hannover. Die Konkurrenten Volkswagen und Ford tun sich in zentralen Zukunftsfeldern zusammen. Das ist eine Zeitenwende.

Unternehmensgröße ist relativ zu den Herausforderungen. Das müssen sich auch die Automobilriesen Volkswagen und Ford eingestehen: Die beiden Konkurrenten im klassischen Verbrennergeschäft machen bei der E-Mobilität und dem autonomen Fahren künftig gemeinsame Sache. Ford übernimmt den E-Antriebsbaukasten MEB von Volkswagen und beschert den Wolfsburgern damit die zusätzlichen Stückzahlen, die einen neuen Branchenstandard setzen können. Volkswagen steigt im Gegenzug mit Milliarden bei Argo AI ein. Beide Konzerne gestehen sich damit ein, dass sie die kommenden Herausforderungen wohl nicht allein bewältigen können. Ford fehlt die dringend nötige Expertise, um mit eigenen E-Autos den Flottenverbrauch schnell und nachhaltig zu senken. Und Volkswagen kommt beim autonomen Fahren einfach nicht schnell genug voran. Um in beiden Bereichen vorne mitzuspielen, braucht es hohe Milliardenbeträge und viele Ingenieure. Gleichzeitig sollen E-Autos und autonome Fahrzeuge bezahlbar sein. Das ist nur über riesige Stückzahlen erreichbar.   

Mit ihrem Bündnis signalisieren VW und Ford den anderen Autobauern und der möglichen Konkurrenz aus dem Silicon Valley auch Stärke. Vor allem die BMWs und Daimlers dieser Welt werden ebenfalls stärker kooperieren müssen, um dieser geballten Macht etwas entgegensetzen zu können. 


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