Ein Bild von Manuel Glasfort
13.06.2019, 15:37 Uhr KOMMENTAR

Abschied vom Funklochland könnte schneller gehen

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Ein goldener Bundesadler ziert die Vorderseite der "Zuschlagsurkunde", die der Vertreter eines Mobilfunkunternehmens gerade in Empfang genommen hat. Insgesamt hatten sich vier Anbieter an der Auktion beteiligt, die einen Gesamterlös von 6,5 Milliarden Euro einbrachte. Foto: Boris Roessler/dpaEin goldener Bundesadler ziert die Vorderseite der "Zuschlagsurkunde", die der Vertreter eines Mobilfunkunternehmens gerade in Empfang genommen hat. Insgesamt hatten sich vier Anbieter an der Auktion beteiligt, die einen Gesamterlös von 6,5 Milliarden Euro einbrachte. Foto: Boris Roessler/dpa

Osnabrück. Nach dem Ende der 5G-Auktion dürfen Verbraucher auf weniger Funklöcher und mehr Wettbewerb unter den Netzbetreibern hoffen. Doch der Fiskus sollte in Zukunft bei der Frequenzvergabe weniger abkassieren und den Anbietern mehr Geld für Investitionen lassen.

Ein ermüdendes Gezerre zwischen Politik, Fachleuten, Wirtschaft und Netzbetreibern war der 5G-Auktion vorangegangen. Jetzt ist die umstrittene Versteigerung endlich zu Ende, die Tür zu einem neuen Mobilfunkzeitalter geöffnet. Die Verbraucher sollen die Gewinner sein, sagen Experten. Das ist aber noch nicht ausgemacht.

Sicher ist: Die Versorgungsauflagen werden dafür sorgen, dass mancher „weiße Fleck“ von der Landkarte verschwinden wird. Außerdem tut ein zusätzlicher, vierter Anbieter wie Drillisch grundsätzlich dem Markt gut. Doch ob der Neue den drei Etablierten Beine machen kann, muss sich erst noch zeigen. Viel wird davon abhängen, ob und zu welchen Bedingungen die Betreiber ihre Netze in unterversorgten Regionen füreinander öffnen. Es wird allerhöchste Zeit für mehr Wettbewerb, denn im EU-Vergleich zahlen die Deutschen viel Geld für eine bescheidene Netzabdeckung.

Unabhängig davon stellt sich die Frage, ob der Staat nicht bei Frequenzversteigerungen auf die eine oder andere Milliarde verzichten sollte. Allein mit den Ausgaben für die aktuelle Auktion hätten die Netzbetreiber 32.000 Funkmasten errichten können, hat der Digitalverband Bitkom errechnet. Der Abschied vom Funklochland Deutschland müsste nicht so lange dauern – würde der Fiskus sich mit weniger begnügen.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN