Nachhaltigkeit ist ein Thema Edeka wächst weiter

Nachhaltigkeit ist im Lebensmitteleinzelhandel ein großes Thema. Foto: Stephan PuchnerNachhaltigkeit ist im Lebensmitteleinzelhandel ein großes Thema. Foto: Stephan Puchner

Minden. Weniger Märkte, dafür mehr Verkaufsfläche und ein gesteigerter Warenumsatz auf mehr als neun Milliarden Euro: Edeka-Vorstandssprecher Mark Rosenkranz zeigte sich beim Blick auf die Jahreszahlen der Edeka Minden-Hannover zufrieden.

Die rund 580 selbstständigen Kaufleute im Geschäftsgebiet der umsatzstärksten Regionalgesellschaft im genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbund wuchsen zusammen mit den in Regie geführten Einzelhandelsmärkten auf vergleichbarer Fläche um 3,6 Prozent. Vor allem in den WEZ-Märkten konnte der Umsatz gesteigert werden, um 6,1 Prozent auf vergleichbarer Fläche. Die ehemaligen Kaiser’s-Tengelmann-Märkte steigerten ihren Umsatz sogar um mehr als 13 Prozent, so Edeka-Vorstandssprecher Mark Rosenkranz. „Wir haben unsere Marktführerschaft weiter ausgebaut“, sagte der Vorstandssprecher, ohne einen konkreten Marktanteil zu nennen. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Ulf-R. Plath (links) und Staphan Wohler blickte Rosenkranz auf das zurückliegende Geschäftsjahr:

Foto: Nina Kallmeier


Einen Anteil von rund 330 Millionen Euro am Umsatz hat bei Edeka das Bio-Sortiment. „Bio bleibt Trend. Die Umsätze wollen wir um 10 Prozent steigern“, stellte Rosenkranz in Aussicht. Standard sei mittlerweile auch die Kooperation mit regionalen Lieferanten von Obst, Gemüse, Fleisch oder Milch. Eigene Bio-Fachmärkte wie in Hamburg plant die Genossenschaft aktuell nicht.

Mehr Fläche, weniger Märkte

Nicht nur im Umsatz hat die Edeka Minden-Hannover zugelegt, auch mit Blick auf die Handelsfläche der 1511 Märkte im Absatzgebiet ist das Unternehmen um mehr als 43.000 Quadratmeter auf rund 1,9 Millionen Quadratmeter gewachsen. Im kommenden Jahr sollen laut Planungen noch einmal rund 50.000 Quadratmeter hinzukommen.

Trotz dieser Steigerung finden sich in der aktuellen Bilanz zehn Märkte weniger. „Es gibt weiterhin ein Abschmelzen kleinerer Flächen“, erklärte Rosenkranz. Auch wenn City-Märkte für das Unternehmen interessant bleiben würden. Der Kunde honoriere den Wohnort nahen Einkauf - trotz ein Schränkung im Sortiment. Dafür steige die durchschnittliche Verkaufsfläche. Vier Märkte wurden im vergangenen Jahr privatisiert und an Existenzgründer übergeben. In diesem Jahr sollen es neun sein, stellte Rosenkranz in Aussicht.

319 Millionen Euro investiert

Auch investiert hat die Genossenschaft im vergangenen Jahr, insgesamt rund 319 Millionen Euro. Etwa zwei Drittel davon flossen laut Rosenkranz in Neu- und Umbaumaßnahmen im Einzelhandel. Außerdem investierte die Regionalgesellschaft mehr als 50 Millionen Euro in ihre Produktionsbetriebe, sowie 59 Millionen Euro in Großhandels- und Serviceleistungen.

Ein großes Thema für den Einzelhandel ist aktuell die Nachhaltigkeit und die Vermeidung von Verpackung. Darauf hat die Genossenschaft reagiert: In mehr als 380 Märkten wird an den Bedientheken mittlerweile ein Mehrwegkonzept gefahren. Rosenkrank sagt:


„Das wird vom Kunden, anders als noch vor einigen Jahren, auch nachgefragt und angenommen.“


Allerdings sei es abhängig von den Veterinärsämtern der Landkreise, ob ein solches Angebot gemacht werden könne. „Es gibt Veterinäre, die geben das nicht frei.“

Auch die Vermeidung von Plastik begegne einem im Lebensmittelhandel. Da zeigt das Smart-Branding, ein Laser-Etikett wie hier auf den Süßkartoffeln und den Mangos, bereits Wirkung.

Foto: Nina Kallmeier


Binnen Jahresfrist wurde laut Edeka mehr als vier Millionen Etiketten für Bio-Obst und -Gemüse eingespart. Außerdem: „Nahezu alle der rund 50 Millionen pro Jahr vermarkteten Gurken werden nicht mehr eingeschweißt gehandelt“, so Rosenkranz.

Onlinehandel kein großes Thema

Der Onlinehandel mit Lebensmittel spielt indes im Großteil der Edeka-Märkte keine Rolle. Lediglich 21 im Absatzgebiet, vor allem selbstständige Einzelhändler, haben einen eigenen Shop. Für sie sei es großteils eine Erweiterung des Lieferservice, den viele Märkte schon seit Langem hätten. „Wir beobachten den Markt“, so der Edeka-Chef. Bundesweite Erfahrungen würden mit dem Unternehmen "Bringmeister" gesammelt.

Nicht nur mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr war Mark Rosenkranz zufrieden, auch in diesem Jahr ist die Regionalgesellschaft gut gestartet. Die Umsätze lagen bis April, über alle Marken gesehen, mit 2,5 Prozent im Plus.

75 Millionen für neue Zentrale

Im kommenden Jahr feiert Edeka Minden seinen 100. Geburtstag. Zu dem Anlass soll auch der Grundstein für die neuen Zentrale der Regionalgesellschaft in Minden gelegt werden. 75 Millionen Euro investiert der Einzelhändler, um 1800 Mitarbeiter an einem Standort zusammenzuziehen.


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