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16.05.2019, 17:52 Uhr BUCH KÜNDIGT "WOHNGARANTIE" AN

Vonovia muss Taten sprechen lassen

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Der Vorstandsvorsitzende der Vonovia SE, Rolf Buch (rechts) und Jürgen Fitschen, Vorsitzender des Aufsichtsrates (links) stehen vor der Vonovia Hauptversammlung im Ruhrcongress auf der Bühne. Foto: Marcel Kusch/dpaDer Vorstandsvorsitzende der Vonovia SE, Rolf Buch (rechts) und Jürgen Fitschen, Vorsitzender des Aufsichtsrates (links) stehen vor der Vonovia Hauptversammlung im Ruhrcongress auf der Bühne. Foto: Marcel Kusch/dpa

Osnabrück. Just am Tag der Hauptversammlung gibt Vonovia-Chef Rolf Buch älteren Mietern also eine „Wohngarantie“ – es braucht schon viel guten Willen, um dahinter mehr als ein PR-Manöver zu vermuten.

Zumal die Ankündigung merkwürdig nebulös bleibt. Das größte Problem sind schließlich nicht die ortsüblichen Vergleichsmieten, auf die der Konzernchef verweist, sondern Modernisierungskosten, die zum Teil auf die Mieten umgelegt werden.

Immerhin: Der Konzern bewegt sich mit seinem neuen Geschäftsverständnis auf die Kritiker zu, zumindest rhetorisch. Doch dem müssen auch Taten folgen. In zu vielen Einzelfällen brachte erst öffentlicher Druck das Dax-Unternehmen zum Einlenken. Konzerne wie Vonovia oder die Deutsche Wohnen ziehen allein schon ihrer Größe wegen besonders viel Kritik von Verbraucherschützern und Politikern auf sich. Tatsächlich hat Vonovia sich mit besonderer Kreativität hervorgetan, wenn es um Wege zur Profitsteigerung geht. Und doch gibt es skrupellosere Akteure am deutschen Immobilienmarkt. 

Wer Mieter besser schützen will, muss die gesamte Branche in den Blick nehmen. Sinnvoll wäre es, eine zentrale Schlichtungsstelle einzurichten, wo Mieter und Vermieter ihre Streitigkeiten außergerichtlich beilegen können. Wie das geht, hat die Versicherungswirtschaft vorgemacht.


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