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17.04.2019, 18:03 Uhr SCHEUER WAGT VORSTOß

Weniger Steuern auf Bahntickets: Überfälliger Schritt

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Im Fernverkehr sollen die Ticketpreise sinken, indem künftig nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz erhoben wird. So sehen es zumindest die Pläne von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor. Foto: dpaIm Fernverkehr sollen die Ticketpreise sinken, indem künftig nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz erhoben wird. So sehen es zumindest die Pläne von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor. Foto: dpa

Osnabrück. Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag aus dem Verkehrsministerium! Die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr zu senken, ist ein überfälliger Schritt.

Hoffentlich meint Minister Andreas Scheuer es ernst mit seinem Vorstoß und kann das Parlament dafür gewinnen – und vor allem den Finanzminister, den die Einnahmeausfälle träfen.

Bahnreisende hätten einen Anlass zur Freude. Denn mit dem Zug zu verreisen ist oft ein teures Vergnügen. Wer kein Sparangebot erwischt, wird auf längeren Strecken von der Bahn ordentlich zur Kasse gebeten. Eine Fahrt von Köln nach München und zurück kostet dann schnell mehr als 300 Euro – kein Wunder, dass viele Menschen sich für Auto, Flugzeug oder Bus entscheiden. Die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent zu senken, würde das Verreisen per Bahn zumindest etwas attraktiver machen.

Außerdem wäre es ein Schritt hin zu einem schlüssigeren Steuerrecht. Denn warum fällt bisher nur im Nahverkehr der ermäßigte Satz an, im Fernverkehr aber der volle? Glaubt der Gesetzgeber etwa, dass Zugfahrten unter 50 Kilometern immer der Notwendigkeit geschuldet sind, längere ausnahmslos dem Vergnügen? Das ist Unsinn.

Scheuers Plan ist vernünftig, darf aber nicht als billiges Ablenkungsmanöver herhalten. Denn die Probleme des Staatskonzerns drängen. Sie zu lösen, muss oberste Priorität haben.


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