Mehr Spezialfinanzierungen OLB geht stärker ins Risiko

Die Oldenburgische Landesbank will stärker ins Risiko gehen und ihr Geschäft mit Spezialfinanzierungen ausbauen. Foto: dpaDie Oldenburgische Landesbank will stärker ins Risiko gehen und ihr Geschäft mit Spezialfinanzierungen ausbauen. Foto: dpa

Osnabrück/Oldenburg. Die Oldenburgische Landesbank (OLB) will unter ihren neuen Eignern das Geschäft mit Spezialfinanzierungen deutlich ausbauen. Vorstandschef Axel Bartsch ist zuversichtlich, die Risiken beherrschen zu können.

Die OLB will ihr Geschäft mit riskanten Spezialkrediten verdoppeln. Das Volumen dieses Segments, das gewerbliche Immobilienfinanzierung und Übernahmefinanzierung umfasst, könne sich durchaus von zwei Milliarden auf künftig vier Milliarden Euro verdoppeln. Das sagte OLB-Chef Axel Bartsch dem Magazin "Capital". Ein Sprecher der Bank bestätigte den Bericht. 

Das Geschäft mit Spezialfinanzierungen gilt als lukrativer, aber auch als riskanter als das gewöhnliche Kreditgeschäft. Bei der Finanzierung von Unternehmensübernahmen durch Finanzinvestoren kommt es beispielsweise vor, dass der Kaufpreis der übernommenen Firma aufgebürdet wird. Im Geschäft mit Krediten für Gewerbeimmobilien würden zunehmend Risiken eingegangen, die nicht mehr vertretbar seien, warnte Detlef Hosemann, Vorstandsmitglied der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), bereits vor zwei Jahren. OLB-Chef Bartsch wiegelte im Gespräch mit "Capital" ab: "Das Risiko ist beherrschbar, wenn man wie wir weiß, was man tut", sagte er.

Die Neigung, stärker ins Risiko zu gehen, ist dem "Capital"-Bericht zufolge typisch für Banken, die im Besitz amerikanischer Finanzinvestoren sind. Die OLB beispielsweise wurde erst im vergangenen Jahr von der Bremer Kreditbank (BKB) erworben, hinter der unter anderem die US-Investmentgesellschaft Apollo steht. 

Mit einem angepeilten Geschäftsvolumen von vier Milliarden Euro würden die Spezialfinanzierungen deutlich an Bedeutung für die Bank gewinnen. Bei einer Bilanzsumme von zuletzt 19,1 Milliarden Euro würde das Segment rund ein Fünftel des Gesamtgeschäfts ausmachen. Erst kürzlich hatte die neue OLB - zu der auch das Bankhaus Neelmeyer gehört - erstmals Jahreszahlen veröffentlicht und ein Betriebsergebnis in Höhe von 81,2 Millionen Euro verkündet. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN