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16.04.2019, 17:08 Uhr ELEKTROMOBILITÄT

Autoland China: Vom Absatzmarkt zum Innovationstreiber

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Der chinesische Autobauer Geely hat in Shanghai ein Modell seiner neuen Elektroauto-Marke Geometry vorgestellt. Foto: dpaDer chinesische Autobauer Geely hat in Shanghai ein Modell seiner neuen Elektroauto-Marke Geometry vorgestellt. Foto: dpa

Osnabrück. China ist schon lange der wichtigste Absatzmarkt der deutschen Autobauer. Doch die Geschäfte sind eingebrochen. Dennoch wird das Reich der Mitte für Volkswagen, BMW und Daimler noch wichtiger - als Ort für Forschung und Entwicklung.

Schon mal etwas von Geely gehört? Oder von BYD? Nur wenigen Verbrauchern in Deutschland dürften diese chinesischen Automarken ein Begriff sein. Doch die genannten Hersteller geben auf dem chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge den Takt vor. BYD ist in diesem Segment Marktführer, nicht etwa VW, BMW oder gar Tesla.

Kaum ein anderes Land treibt den Umstieg auf Elektromobilität derart zielstrebig voran wie China, das sich vom wichtigen Absatzmarkt zum Innovationstreiber mausert. Kein Wunder, dass die deutschen Hersteller nicht mehr nur ihre Produkte in China verkaufen, sondern auch vom dortigen Know-How profitieren wollen. Kurios: Lange Zeit war die größte Sorge der deutschen Hersteller, dass das Fachwissen in die andere Richtung fließen könnte.

Die deutschen Autobauer werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, nicht mehr allein die Marktregeln zu machen. Elektromobilität erfordert andere Lieferketten, die Zulieferer werden spürbar an Macht gewinnen.

Manchmal hilft ein Blick auf andere Branchen: Apple hat mit dem iPhone den Markt für Mobiltelefone binnen weniger Jahre umgekrempelt. Der alte Marktführer Nokia verpennte den Smartphone-Trend – und stürzte ab. Der „iPhone-Moment“ für die Autoindustrie lässt noch auf sich warten – doch wenn er da ist, sollten VW, BMW und Daimler bereit sein.


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