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15.04.2019, 18:18 Uhr GESUNDHEITSGEFAHR DURCH 5G?

Erst forschen, dann funken

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


In Bern installieren Techniker einen 5G-Sender. Wegen möglicher Gesundheitsrisiken ist der Aufbau eines Netzes in Brüssel vorerst auf Eis gelegt worden. Foto: dpaIn Bern installieren Techniker einen 5G-Sender. Wegen möglicher Gesundheitsrisiken ist der Aufbau eines Netzes in Brüssel vorerst auf Eis gelegt worden. Foto: dpa

Osnabrück. Es besteht kein Grund, wegen möglicher Gesundheitsrisiken von 5G in Panik zu verfallen. Dennoch sollten die Folgen einer neuen Technik erst erforscht werden, ehe sie eingeführt wird.

Industrie und Politik feiern 5G als Meilenstein der Digitalisierung und sähen den neuen Mobilfunkstandard lieber heute als morgen eingeführt. Doch während die Frequenzen bereits versteigert werden, ist wenig über die gesundheitlichen Folgen der Strahlenbelastung bekannt – erstaunlich in einem Land, das erbittert über die Einhaltung von Grenzwerten streitet. Auch wenn kein Grund zur Panik besteht, muss gelten: erst forschen, dann funken. Genf und Brüssel machen es richtig, wenn sie den 5G-Ausbau vorerst auf Eis legen.

Schon heute sind die Menschen mehr Elektrosmog als je zuvor ausgesetzt. Handy- und Radiowellen unterwegs, daheim kommen W-Lan und kabellose Telefone hinzu. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht zwar davon aus, dass bei Einhaltung der Grenzwerte keine Gefahren vom Mobilfunk ausgehen. 5G soll allerdings perspektivisch deutlich höhere Frequenzen als die derzeit üblichen nutzen. Ehe das geschieht, müssen die möglichen Folgen geklärt sein.

Eines ist auch klar: Technischer Fortschritt birgt oft Gefahren. Der motorisierte Verkehr fordert in Deutschland jährlich Tausende Menschenleben, trotzdem überwiegt unterm Strich der Nutzen und niemand fordert ernsthaft, zu Handkarren und Pferdekutschen zurückzukehren. Die Risiken werden eben bestmöglich eingehegt. So wird es auch bei 5G laufen müssen.


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