Preiserhöhungen durch CO2-Steuer "Fridays for Future"-Forderungen: So teuer wären Benzin, Fleisch und Flugreisen

Auch an den Zapfsäulen würden die Preise steigen, sollten die Forderungen der "Fridays for Future"-Aktivisten um Luisa Neubauer erfüllt werden. Foto: dpa/Arno Burgi/Carsten KoallAuch an den Zapfsäulen würden die Preise steigen, sollten die Forderungen der "Fridays for Future"-Aktivisten um Luisa Neubauer erfüllt werden. Foto: dpa/Arno Burgi/Carsten Koall

Hamburg. Die von "Fridays for Future" geforderte CO2-Steuer würde für den Verbraucher drastische Preiserhöhungen bedeuten: Das würden Benzin, Fleisch und Flugreisen nach ihrer möglichen Einführung kosten.

Die "Fridays for Future"-Aktivisten werden konkret. Am Montag haben die deutschen Klimaschützer um Luisa Neubauer einen Katalog mit sechs konkreten Forderungen vorgelegt: Unter anderem soll Deutschland bis 2030 den Kohleausstieg schaffen, bis 2035 seine Energieversorgung vollständig auf Erneuerbare umstellen und eine CO2-Steuer auf klimaschädliche Treibhausgase erheben. 

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Nach Einschätzung von Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und Mitglied der "Scientists for Future", sind die Forderungen "alle berechtigt" und umsetzbar. "Deutschland als eines der reichsten Länder muss seine Hausaufgaben machen und hat hier eine Vorbildfunktion", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Benzin, Fleisch und Flugreisen würden teurer werden

Allerdings würde die Umsetzung der Forderungen für den Verbraucher nicht ganz billig werden. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen soll laut "Fridays for Future" so hoch werden wie die Kosten, "die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut Bundesumweltamt sind das 180 Euro pro Tonne CO2", heißt es in einer Mitteilung. 

Was das konkret bedeuten würde, hat der "Spiegel" ausgerechnet – mit Beispielen für Energieträger, Lebensmittel, Konsumgüter oder Reisen: 

Für ein Jahr Elektrizität wird von einem durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt im Einfamilienhaus ohne Warmwasseraufbereitung (Strommix 2017) ausgegangen.

Die Werte für Lebensmittel beziehen sich auf konventionelle Herstellung. Bei Bioanbau oder -züchtung ist der CO2-Ausstoß laut Bundesumweltministerium zwischen 6 und 31 Prozent niedriger.

Wie der "Spiegel" betont, beruhen einige der CO2-Werte – etwa für Rindfleisch oder das T-Shirt – auf Schätzungen und Berechnungen, über die sich streiten lässt. Dennoch zeigen die Rechenbeispiele, dass sich viele klimaschädliche Güter drastisch verteuern würden, würden die "Fridays for Future"-Forderungen erfüllt. 

Die genannten 180 Euro pro Tonne CO2 sollen zwar nicht von Anfang an der Richtwert sein, allerdings heißt es in den "Fridays for Future"-Forderungen, dass man diesen "schnell" erreichen wolle. 

Diskussionen über eine Besteuerung von CO2-Emissionen gibt es bereits seit einigen Jahren. Wissenschaftler, Parteien und sogar der Bundesverband der Deutschen Industrie können sich etwas Vergleichbares vorstellen. Ob sie so hoch ausfällt, wie es sich "Fridays for Future" vorstellt, bleibt jedoch fraglich. 


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