Finanzminister in der Region Scholz zu Gast bei Landmaschinenbauer Claas

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lässt sich von Steffen Walther (rechts), Produktmanager bei Claas E-Systems, den Crop Sensor erklären, der dem Landwirt ein effizienteres Düngen ermöglicht. Foto: Manuel GlasfortBundesfinanzminister Olaf Scholz lässt sich von Steffen Walther (rechts), Produktmanager bei Claas E-Systems, den Crop Sensor erklären, der dem Landwirt ein effizienteres Düngen ermöglicht. Foto: Manuel Glasfort

Dissen. Wohin steuert die moderne Landwirtschaft und welchen Beitrag leisten die Landmaschinenhersteller in unserer Region? Darüber hat sich am Dienstag Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei Claas E-Systems in Dissen informiert - nicht ohne ein paar Runden auf dem Traktor zu drehen.

Hohen Besuch aus Berlin haben die Landmaschinenbauer aus unserer Region am Dienstag empfangen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) traf auf Einladung des Dissener SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering mit Branchenvertretern zusammen, um über die Zukunft der Branche zu diskutieren. An dem Treffen bei Claas E-Systems in Dissen nahmen Manager von Claas, Krone, Grimme, Amazone, John Deere und Fendt teil.

Die Firmenvertreter nutzten die Gelegenheit, um Scholz auf die Innovationskraft ihrer Branche hinzuweisen und die Voraussetzungen für eine moderne Landwirtschaft zu skizzieren. Dabei ging es auch um den Zustand des Mobilfunknetzes. Schon heute spielt die mobile Internetverbindung in der Landtechnik eine wichtige Rolle. Man habe unter anderem über die Netzverfügbarkeit in ländlichen Regionen gesprochen, sagte Claas-Sprecher Wolfram Eberhardt nach einer Diskussionsrunde mit Scholz hinter verschlossenen Türen. "Wir sind bei Herrn Scholz auf offene Ohren gestoßen, weil ihm bei dem Besuch klar geworden ist, dass die Landtechnik in puncto Digitalisierung vorne dran ist."

Viel Hightech in modernen Landmaschinen

Wie viel Hightech in modernen Landmaschinen verbaut ist, erfuhr Scholz auch während der anschließenden Betriebsführung. Claas E-Systems ist eine Tochtergesellschaft des Landmaschinenbauers aus Harsewinkel, die für die Elektronikentwicklung zuständig ist. Rund 200 Mitarbeiter - vornehmlich Elektroingenieure und Softwareentwickler - sind am Standort in Dissen beschäftigt, der erst seit 2017 in Betrieb ist.

Ein wichtiges Produkt des Hauses ist der "Crop Sensor", der es dem Landwirt erlaubt, effektiver zu düngen. Wie das funktioniert ließ Scholz sich von Steffen Walther, Produktmanager bei Claas E-Systems erklären. Der Sensor kann an einen Traktor angeschlossen werden und stuft den Reifegrad der Pflanzen auf den Feldern ein. Je nachdem, wie gut die Feldfrüchte sich auf einzelnen Flächen des Ackers entwickelt haben, wird mehr oder weniger Dünger ausgebracht. Düngemittel seien ein großer Kostenblock für die Landwirte, betonte Walther. Durch effizienteren Einsatz des Düngers und Mehrerträge mache sich der Crop Sensor nach einiger Zeit bezahlt, so Walther. "Wenn ich moderne Technik einsetzen möchte, dann muss sie sich auch amortisieren. So ab 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche fängt so ein Sensor an, interessant zu werden."

Finanzminister am Steuer: Olaf Scholz lenkt einen schweren Schlepper der Xerion-Serie über das Betriebsgelände. Foto: Manuel Glasfort

Es blieb aber nicht bei theoretischen Erörterungen, draußen durfte Scholz selbst für einige Minuten in die Rolle des Landwirts schlüpfen und einen schweren Traktor aus der Xerion-Serie über das Betriebsgelände steuern, was der Finanzminister mit sichtlichem Vergnügen tat.


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