Bank treibt Neuaufstellung voran OLB bereitet bundesweiten Auftritt vor

Die Oldenburgische Landesbank unterhält unter anderem in Osnabrück eine Filiale. Foto: Michael GründelDie Oldenburgische Landesbank unterhält unter anderem in Osnabrück eine Filiale. Foto: Michael Gründel

Osnabrück/Oldenburg. Die Oldenburgische Landesbank (OLB) will künftig auch Privatkunden außerhalb ihres Kerngebiets bedienen. Die Bank bereite sich darauf vor, hieß es am Donnerstag. Doch ehe es so weit ist, muss noch eine Übernahme abgeschlossen werden.

Bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ist einiges in Bewegung. Nachdem das traditionsreiche Institut im vergangenen Jahr mit der BKB und dem Bankhaus Neelmeyer verschmolzen wurde, bereitet sich die neue OLB auf ihr Ende als Regionalbank vor. Für Geschäftskunden ist das Institut bereits an den früheren BKB-Standorten Bremen, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart präsent. Bald sollen auch Privatkunden außerhalb des Nordwestens Konten bei der Bank eröffnen können. (Hier weiterlesen: OLB-Chef Bartsch sucht nach neuem Kurs)

Zuvor muss aber noch der Kauf der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank mit Sitz in Ludwigsburg bei Stuttgart abgeschlossen werden. Dafür stünden die Zustimmung der Aufsichtsbehörden "und der Vollzug des Kaufvertrags in Aussicht", wie die OLB gestern mitteilte. Weiter hieß es: "Unmittelbar damit verbunden ist die Ausweitung des Geschäftsmodells auf den deutschlandweiten Marktauftritt auch für Privatkunden." Hierauf bereite man sich vor. „Uns ist wichtig, dass unsere Kunden jederzeit und überall Zugang zu unserer Produkt- und Dienstleistungswelt haben und wir in der Beratung überzeugen. Das schafft ein positives Kundenerlebnis, womit wir uns in einer Zeit hohen Wettbewerbsdrucks abheben wollen“, sagte OLB-Chef Axel Bartsch laut Mitteilung.

Bilanzsumme steigt auf 19,1 Milliarden

Unterdessen legte die neue OLB erstmals Geschäftszahlen vor, die aber wegen der Verschmelzung mit BKB und Neelmeyer nicht mit den Vorjahreswerten vergleichbar sind. Demnach lag das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr bei 81,2 Millionen Euro. Mitberücksichtigt sind die Zahlen der ehemaligen BKB und des Bankhauses Neelmeyer. Im Jahr 2017 hatte die alte OLB ein Betriebsergebnis in Höhe von 48,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Bilanzsumme stieg infolge der Verschmelzung von 14,4 Milliarden Euro 2017 auf 19,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Auch mit der Kapitalausstattung zeigt die OLB sich zufrieden. Die Kernkapitalquote liege mit 11,9 Prozent um mehr als drei Prozentpunkte über dem aufsichtsrechtlich nötigen Mindestwert.

Trotz des gestiegenen Betriebsergebnisses schmolz der Jahresüberschuss auf 20,6 Millionen Euro (2017: 28,3 Millionen Euro). Ein OLB-Sprecher erklärte dies mit gestiegenen Rückstellungen für die Modernisierung der Bank sowie mit geänderten Bewertungen für Pensionsrückstellungen. 

Die OLB hat bereits mehrere Kürzungsrunden hinter sich und beschäftigte nach der Verschmelzung zum Jahreswechsel noch 2100 Mitarbeiter.


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