Vollelektrisches Sammeltaxi Made in Osnabrück: Moia startet im April in Hamburg durch

Ein Mitarbeiter des VW-Fahrdienstes Moia schließt auf einem Betriebshof ein Fahrzeug an ein Stromladekabel an. Am 15.04.2019 nimmt das Sammeltaxi Moia mit 100 elektrisch angetriebenen Kleinbussen seinen Betrieb in Hamburg auf. Foto: dpa/Daniel BockwoldtEin Mitarbeiter des VW-Fahrdienstes Moia schließt auf einem Betriebshof ein Fahrzeug an ein Stromladekabel an. Am 15.04.2019 nimmt das Sammeltaxi Moia mit 100 elektrisch angetriebenen Kleinbussen seinen Betrieb in Hamburg auf. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt 

Osnabrück. Bald startet der Shuttle-Betrieb: Dann rollen die vollelektrischen Kleinbusse der VW-Tochter Moia durch Hamburg. Der Bus wurde im Osnabrücker VW-Werk entwickelt und gebaut.

Am 15. April startet das Sammeltaxi, anfangs mit 100 Fahrzeugen, die einen Großteil des Stadtgebietes nördlich der Elbe abdecken, teilte das Unternehmen nun mit. Schon bald wolle Moia das Servicegebiet erweitern. Seit Januar hatte die VW-Tochter in Hamburg zehn Fahrzeuge auf den Straßen, allerdings nur zu Testzwecken.

Made in Osnabrück

Der Start des Sammeltaxis dürfte insbesondere die Beschäftigten das Osnabrücker VW-Werks freuen, denn sie hatten den Bus in kürzester Zeit weitgehend entwickelt und gebaut – von der Idee bis zum fertigen Modell dauerte es nur zehn Monate. Und wer selbst einmal einen Blick auf den gelben Bus in Osnabrück werfen möchte, kann das von der Schellenbergbrücke aus auf einen Parkplatz des VW-Werks, wo Neuwagen stehen.

Foto: Moia

WLAN und Lademöglichkeit fürs Smartphone

Der vollelektrische Moia basiert auf dem VW Crafter, der sich primär durch das neue Innenraumkonzept, die veränderte Front, das veränderte Heck und die tief nach unten gezogenen Seitenfenster vom VW-Bruder unterscheidet.

Der Crafter. Foto: VW

Die Reichweite des Moia beträgt nach Konzernzangabe 300 Kilometer nach WLTP-Standard, und nach nur 30 Minuten Ladezeit soll die Akkukapazität wieder 80 Prozent betragen. Ein Fahrer könne eine Schicht mit einer Akkuladung absolvieren.

Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Anders als beim Nutzfahrzeug Crafter hat der Moia freistehende Sitze.

Foto: Moia

Für die Fahrgäste gibt es WLAN, dimmbare Leselampen und USB-Ports zum Laden von Geräten. Bis zu sechs Personen kann der Chauffeur mitnehmen, für das Gepäck gibt es eigens eine Ablage.

Foto: Moia

Maximal 500 Moia-Schuttles sind für Hamburg genehmigt – 1000 hatte die jüngste Tochter des VW-Konzerns beantragt. Und das Unternehmen sucht weiterhin nach Fahrern. 400 habe Moia eigener Angabe zufolge bereits fest angestellt, bis Jahresende will Moia insgesamt 1000 Personen beschäftigen.

Buchung per App

Moia ist weder ein Taxi noch ein Linienbus, sondern etwas dazwischen. Bis zu sechs Fahrgäste passen in ein Fahrzeug. Der Kunde, der sich zuvor die entsprechende App auf seinem Smartphone installiert hat und mit seiner Kreditkarte registriert ist, gibt seinen Fahrwunsch ein. Der Kunde wird nicht an der Haustür abgeholt, sondern muss einen von rund 10.000 virtuellen Haltepunkten im Stadtgebiet aufsuchen, der jedoch höchstens 150 Meter entfernt sein soll. Die App teilt den Fahrpreis mit sowie den nächstgelegenen Haltepunkt für ein Moia-Sammeltaxi und ein Zeitfenster. Während der Fahrt können andere Passagiere aus- und zusteigen, die eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen.
Der Fahrpreis soll im Durchschnitt bei sechs bis sieben Euro je Fahrt liegen. Moia will an Werktagen von 5.00 Uhr morgens bis 1.00 Uhr nachts fahren, an Wochenenden oder Feiertagen durchgehend. dpa

Dabei ist Moia den Taxifahrern schon vor dem Start im April ein Dorn im Auge: Sie sehen in den Bussen eine weitere Konkurrenz. In Hannover ist Moia schon länger aktiv, bislang aber mit Benzin betriebenen VW-Bussen.

 (Mit dpa)


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