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14.02.2019, 18:13 Uhr PRIVATBANK MIT SCHWIERIGKEITEN

Commerzbank: Abstiegskampf statt Champions League

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte zur Bilanz-Pressekonferenz gute Zahlen im Gepäck. Doch der Weg für das teilverstaatlichte Institut ist steinig. Foto: dpa/Boris RoesslerCommerzbank-Chef Martin Zielke hatte zur Bilanz-Pressekonferenz gute Zahlen im Gepäck. Doch der Weg für das teilverstaatlichte Institut ist steinig. Foto: dpa/Boris Roessler

Osnabrück. Der Himmel über dem privaten Bankensektor in Deutschland hellt sich ein wenig auf, das gilt zumindest für Commerzbank und Deutsche Bank. Letztere schrieb 2018 erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen, erstere vervielfacht ihren Gewinn. Ende gut, alles gut? Keineswegs.

Beide Banken machen zwar Fortschritte, sind aber noch weit davon entfernt, die Krise hinter sich zu lassen. Commerzbank wie Deutsche Bank versuchen, sich gesundzuschrumpfen. Zugleich müssen sie ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln, die Digitalisierung stemmen und die Niedrigzinsphase überstehen. Der globalen Konkurrenz können beide Institute längst nicht mehr das Wasser reichen. An der Börse heißt es: Abstiegskampf statt Champions League. 

Heißt die letzte Rettung Fusion? Das Finanzministerium ist von der Idee angetan. Doch aus zwei Hinkenden wird kein Sprinter. Zwar ergäben sich langfristig Synergie- und Skaleneffekte, doch ein Zusammenschluss würde die Institute über Jahre hinweg lähmen. Eine Fusion bedeutete auch: weniger Wettbewerb, dafür ein neuer Riese am Bankenmarkt, der im Krisenfall definitiv mit Steuergeldern gerettet werden müsste.

Das deutsche Bankensystem mit seinen drei Säulen aus Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist in die Jahre gekommen. Zeit, es grundsätzlich zu überdenken.


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