Regionales Firmenporträt Steinofenbäcker aus Ibbenbüren setzt auf Bio-Backwaren

Von Christoph Lützenkirchen

Ein großes Sortiment bietet der Steinofenbäcker. Das Bild zeigt  Friedrich Dieter und Mitarbeiterin Heike Beinering. 
LützenkirchenEin großes Sortiment bietet der Steinofenbäcker. Das Bild zeigt Friedrich Dieter und Mitarbeiterin Heike Beinering. Lützenkirchen

Ibbenbüren. Der Steinofenbäcker in Ibbenbüren betreibt nur eine einzige Filiale - beschäftigt aber 90 Mitarbeiter. Sie verarbeiten Bio-Getreide zu Backwaren, die der Bio-Fachhandel abnimmt. Chef Friedrich Dieter legt großen Wert auf Handwerkskunst und gute Rohstoffe.

In sieben Jahren 50 Prozent mehr Umsatz – Friedrich Dieter muss etwas richtig gemacht haben. Der 54-jährige Betriebswirt übernahm 2011 die Biobäckerei “Steinofenbäcker“ in Ibbenbüren. Zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftete das Unternehmen mit 120 Mitarbeitern jährlich fünf Millionen Euro. Ende 2018 bietet sich ein anderes Bild: 90 Mitarbeiter erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Der Rückgang bei der Zahl der Mitarbeiter hängt laut Dieter vor allem damit zusammen, dass er sich für den Rückzug aus dem direkten Endverbrauchergeschäft entschied. Zum Unternehmen gehörten 2011 noch zwölf Filialen unter eigener Marke.

„Heute arbeiten wir schwerpunktmäßig im Bereich Business to Business“, erklärt Dieter: „Das bedeutet, dass unser Handelspartner, der Bio-Großhändler Weiling, unsere Produkte an den Bio-Fachhandel in ganz Deutschland liefert. Erkennbar sind die von Weiling belieferten Geschäfte an dem Label „Bioladen“. Aus der Geschichte heraus beliefern wir zudem in NRW und Niedersachsen rund 30 Bio-Fachhändler sowie die Märkte der SuperBiomarkt AG mit unserem eigenen Fuhrpark.“ 

Einen letzten Laden führt der Steinofenbäcker noch in Eigenregie. Er liegt in direkter Nachbarschaft zur Bäckerei in Ibbenbüren. „Wir bedienen dort einerseits den lokalen Bedarf“, so Dieter: „Ich sehe das Geschäft aber auch als Referenz gegenüber den Ladnern an, die wir über Weiling beliefern.“ Am heutigen Standort firmiert die Bäckerei seit 1994. Gegründet wurde sie schon 1984, damals noch in Riesenbeck. Neben dem Firmensitz in Ibbenbüren betreibt Friedrich Dieter seit 2011 eine Bäckerei in Essingen bei Aalen. Dort werden Frischwaren hergestellt, vor allem Brot.

"Dem Prozess Zeit geben"

In der Backstube des Steinofenbäckers gehe es heute noch genauso zu, wie schon immer im Bäckerhandwerk, sagt der Firmenchef. Das aber ausschließlich mit hochwertigen Biorohstoffen. „In der Größenordnung, wie wir das tun, ist das eher selten“, so Dieter weiter: „Unser Anspruch ist es, hochwertige Rohstoffe angemessen zu behandeln. Dazu gehört beispielsweise, dass man dem Prozess Zeit gibt. Bei uns werden Sie keine vorgefertigten Backmischungen finden, sondern individuelle Zutaten. Unsere Teigmacher müssen deshalb eine Menge von ihrem Handwerk verstehen.“ 

Das Sortiment des Bäckers ist umfangreich. Es umfasst täglich allein 50 Brotsorten, 25 Sorten Brötchen, 20 Arten Dauergebäck auf Dinkelbasis, 15 pikante Speisen wie Quiche oder Bratlinge, außerdem Pralinen. Verarbeitet wird ausschließlich Getreide von Bioland- und Naturlandbetrieben. "Wir verdienen unser Geld nicht im Einkauf, deswegen legen wir es auch nicht darauf an, unsere Rohstoffe zum niedrigsten Preis zu kaufen“, betont Friedrich Dieter: „Viel wichtiger sind für uns Werte und Kontinuität in den Lieferbeziehungen. Unser gesamtes Getreide beziehen wir über unseren langjährigen Partner, die Biomühle Eiling in Warstein.“ 

Lieferant lobt "fairen Partner"

Thorsten Eiling, Mitglied der Geschäftsführung der Biomühle, bestätigt die gute Zusammenarbeit. „Wir schätzen den Steinofenbäcker und Friedrich Dieter als faire Partner“, sagt er. Dieter lege Wert darauf, die regionalen Strukturen und Partnerschaften zu fördern und zu erhalten. Er prüfe die regionale Herkunft des Getreides sehr gewissenhaft. An den Steinofenbäcker liefert Eiling besonders fein gemahlenes Mehl. „Da braucht man viel Fingerspitzengefühl in der Verarbeitung“, sagt er.

50 Prozent mehr Umsatz, stabile Absatz-und Lieferbeziehungen, ein leistungsfähiges Team in der Bäckerei – Dieter hat dort im Laufe der Jahre auch ein mittleres Management etabliert – der Chef des Steinofenbäckers könnte sich entspannt zurücklehnen. Doch der 54-jährige hat Pläne. Vor dem Hintergrund des wachsenden Engagements neuer Spieler wie Discountern und konventionellen Supermarktketten bei Biolebensmitteln will er die Kooperation mit Weiling ausbauen. Als weiteren interessanten Kundenkreis nennt er Großverbraucher wie Hotels oder Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung. Aktuell baut Friedrich Dieter auf dem Firmengrundstück in Ibbenbüren für 500.000 Euro ein neues Kühlhaus. Damit will er dem wachsenden Bedarf an Tiefkühlerzeugnissen entgegenkommen.


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