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12.02.2019, 17:07 Uhr KOMMENTAR ZUR BIOFACH

Bio-Lebensmittel: Bio ist besser für die Umwelt aber kein Allheilmittel

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Bio-Paprika im Supermarktregal. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpaBio-Paprika im Supermarktregal. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Osnabrück. Bio-Lebensmittel erobern immer größere Marktanteile. Selbst Discounter stellen die hochpreisige Ware ins Regal. Aber ist Bio wirklich besser? Ja, aber... Dazu ein Kommentar.

In unserer Gesellschaft sind Lebensmittel immer und überall in guter Qualität und zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Das ist eine Errungenschaft der modernen Landwirtschaft. Durch die Intensivierung der Produktion ist der jetzige Überfluss möglich geworden. Wir müssen uns hierzulande um Vieles sorgen machen, aber nicht darum, wie wir satt werden. Das sollte nicht vergessen werden, wenn über eine Neuausrichtung der Landwirtschaft gestritten wird. Fakt ist aber auch: Die intensive Produktion stößt an Grenzen. Ökologisch und gesellschaftlich, aber zunehmend auch wirtschaftlich. Die Bio-Produktion kann diese Konflikte teilweise befrieden, gerade weil sie vorteilhaft ist für die Umwelt.

Bio ist aber nicht das Allheilmittel, als das es oft dargestellt wird. Etwa im Bereich der Tierhaltung. Der Kuh geht es nicht zwangsläufig besser, weil ihre Milch mit Bio-Label verkauft wird – auch wenn das viele Verbraucher glauben wollen. Und aus Bauernsicht bleibt hohes unternehmerisches Risiko: Liegt der Bio-Milchpreis auch dann noch deutlich über dem für konventionelle Ware, wenn das Angebot ausgeweitet wird? Wohl kaum. Der Vorteil wäre dahin, die Kosten aber blieben.

Und doch bleibt es sinnvoll nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Die muss im Übrigen nicht zwangsläufig ein Bio-Siegel tragen. Auch die Bestrebungen konventioneller Betriebe für mehr Nachhaltigkeit müssen honoriert werden. Die Subventions-Milliarden aus Brüssel wären hier gut investiert.



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