Furcht vor dem Brexit "Alarmstufe Rot": Britische Autoproduktion bricht ein

Von dpa

Ein Brexit ohne Handelsabkommen wäre für die Automobilbranche besonders fatal. Foto: dpa/Wolfgang KummEin Brexit ohne Handelsabkommen wäre für die Automobilbranche besonders fatal. Foto: dpa/Wolfgang Kumm

London. Der Großteil der in Großbritannien produzierten Autos ist für den Export bestimmt. Nun, wo ein Brexit ohne Abkommen immer wahrscheinlicher wird, steigt die Panik.

In Großbritannien ist die Produktion von Autos bereits vor dem von der Branche gefürchteten Brexit deutlich eingebrochen – und die Aussichten sind düster. Die Zahl der produzierten Fahrzeuge sei im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent auf 1,52 Millionen Stück gefallen, teilte der Branchenverband SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) am Donnerstag in London mit. Es ist der zweite Produktionsrückgang in Folge.

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Von einstigen Glanzzeiten mit einer Produktion von fast zwei Millionen Autos pro Jahr Anfang der 1970er Jahre, als zudem Hersteller wie Bentley, Jaguar, Mini oder Rolls-Royce noch nicht in Hand ausländischer Konzerne wie BMW, Tata Motors oder Volkswagen waren, ist die Branche ohnehin weit entfernt.

Schon jetzt ein enormer Schaden durch den Brexit

SMMT-Chef Mike Hawes befürchtet zudem, dass die kommenden Monate und Jahre noch um einiges härter werden. So bereitet ihm der Einbruch der Investitionen um fast die Hälfte enorme Sorgen. "Für die Branche gilt Alarmstufe Rot", sagte er. "Die Unsicherheit rund um den Brexit hat bereits enormen Schaden bei der Produktion, den Investitionen und den Arbeitsplätzen angerichtet."

Dies sei aber nichts im Vergleich zu dem, was bei einem ungeordneten Brexit auf die Branche zukomme. Sollte es zu einem Austritt Großbritanniens ohne neue Handelsverträge kommen, werde dies die Autohersteller weiter stark belasten. Hawes appellierte daher einmal mehr an alle Parteien, einen ungeordneten Brexit zu vermeiden.

Arbeitsplätze in Gefahr

Tausende von Arbeitsplätzen seien gefährdet. Ende 2017 zählte die britische Autoproduktion den SMMT-Daten zufolge noch 186.000 Mitarbeiter. Inklusive der von den Autoproduzenten abhängigen Unternehmen summierte sich die Mitarbeiterzahl nach Angaben des Verbands auf etwas mehr als 850 000. Einige Hersteller oder Zulieferer wie der deutsche Konzern Schaeffler haben indes bereits angekündigt, Werke schließen zu wollen.

Da der Großteil der in Großbritannien produzierten Autos in den Export geht, wäre ein Brexit ohne Handelsabkommen besonders fatal. Im vergangenen Jahr ging die Produktion der fürs Ausland bestimmten Fahrzeuge mit 7,3 Prozent etwas weniger stark als die Gesamtproduktion zurück - die Exportquote stieg dementsprechend auf 81,5 Prozent. Größter Autohersteller Großbritanniens ist die inzwischen zum indischen Tata-Konzern gehörende Gruppe Jaguar Land Rover mit zuletzt noch rund 449 000 Autos, gefolgt von Nissan (442 254), der BMW-Tochter Mini (234 183), Honda (160 676) und Toyota (129 070).


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