Staatliche Ölgesellschaft übernimmt EWE hat Türkei-Geschäft verkauft

ARCHIV - 07.09.2017, Niedersachsen, Oldenburg: Ein Logo des Energieversorgers EWE leuchtet (Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe). (zu dpa «EWE sucht mit neuer Strategie einen Investor» vom 22.08.2018) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ARCHIV - 07.09.2017, Niedersachsen, Oldenburg: Ein Logo des Energieversorgers EWE leuchtet (Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe). (zu dpa «EWE sucht mit neuer Strategie einen Investor» vom 22.08.2018) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Osnabrück. Schon im August hatte EWE-Vorstandschef Stefan Dohler den Verkauf des Türkeigeschäfts im Gespräch mit unserer Redaktion angekündigt. Am Mittwoch meldete das Oldenburger Energieunternehmen nun Vollzug: EWE und Socar Turkey haben eine Vereinbarung zum Verkauf und Kauf von 100 Prozent der Anteile an der EWE-Turkey Holding unterzeichnet.

Damit zieht sich EWE vollständig aus dem türkischen Energie- und Telekommunikationsmarkt zurück. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Socar Turkey ist eine Tochtergesellschaft der Socar-State Oil Company aus Aserbaidschan und mit 14,2 Milliarden US-Dollar seit 2008 der größte ausländische Investor in der Türkei. Mit der Übernahme der EWE Turkey Holding baut das Unternehmen ihr bestehendes Türkeigeschäft aus.

Fünf Firmen gehören zur Holding

Die EWE Holding mit Sitz in Istanbul hält die Mehrheitsbeteiligung an zwei regionalen Gasversorgern, am Handelsunternehmen EWE Energi, dem Energiedienstleister Enervis Energis Servis und dem Telekommunikationsunternehmen Millenicom. Insgesamt rund werden rund 900 Mitarbeiter beschäftigt. Für Socar bedeutet die Übernahme auch den Einstieg in das direkte Endkundengeschäft. Etwa 1,4 Millionen Gaskunden werden laut EWE in der Türkei beliefert.

Den Abschluss der Transaktion erwartet das Oldenburger Energieunternehmen noch im ersten Halbjahr 2019. Er steht unter Vorbehalt der Zustimmung der türkischen Wettbewerbsbehörde und der türkischen Regulierungsbehörden für Energiemärkte und Informationstechnologie.

EWE bleibt außerhalb der Region aktiv

Insgesamt steht das internationale Geschäft der EWE jedoch nicht auf dem Prüfstand, hatte Dohler im August versichert. „In Polen sind wir mut unserer Infrastruktur praktisch in den Markt hineingewachsen. Wir sind in Brandenburg, der Nachbarschaft, aktiv. Das erweiterte Umfeld steht in einem anderen Fokus als der weltweite Markt. Wir werden also auch außerhalb der Region aktiv sein.“ 


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