Verrpackungen in der Kritik Kampf dem Plastikmüll: Eis gibt es jetzt aus der Metalldose

Lisa Kleinpeter

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Eis aus der Dose: Häagen Dazs testet in Amerika wiederverwendbare Metalldose. Foto: LoopEis aus der Dose: Häagen Dazs testet in Amerika wiederverwendbare Metalldose. Foto: Loop

New York. Weniger Müll: In den USA gibt es jetzt Eis in wiederverwendbaren Metalldosen. Immer mehr Konzerne überlegen sich Konzepte, um weniger Müll zu produzieren. Denn die Kritik vor allem im Internet wächst.

Endlich weniger Müll. In New York kann man jetzt Eis der Firma Häagen-Dazs in wiederverwendbaren Metall-Dosen kaufen. Der doppelwandige Behälter aus Stahl soll das Eis während des Transports in einem optimalen Zustand halten. Nach dem Genuss wird die Verpackung ausgewaschen und wiederverwendet. 

Hinter dem Konzept steht der Lieferservice Loop der globalen Recycling-Organisation TerraCycle. Das Unternehmen hat sich auf Lebensmittel und Haushaltswaren mit wiederverwendbaren Verpackungen spezialisiert. Häagen-Dazs – eine Nestlé-Marke – ist der offizielle Eiscreme-Partner für das Pilotprojekt. 

Die größten Plastiksünder

Neben der gefrorenen Süßspeise sollen auch andere beliebte Haushalts- und Körperpflegeprodukte angeboten werden. Die Lieferung erfolgt an die Haustür des Kunden in maßgeschneiderten, haltbaren Verpackungen, die gesammelt, gereinigt und wiederbefüllt werden sollen. 

Ob und wann es Häagen-Dazs aus der Metalldose auch in Deutschland geben wird, ist noch unklar. Erst vor kurzem hatte Nestlé bestätigt, sein Versprechen zu erfüllen und 100 Prozent seiner Verpackungen bis 2025 recycelbar oder wiederverwendbar zu machen. Nestlé zählt laut der Umweltorganisation Greenpeace zu den größten Plastiksündern weltweit. Nur Coca-Cola und PepsiCo  würden nach deren „Global Brand Audit Report 2018“ mehr Kunststoffabfälle verursachen. 

Im Doppelpack doppelt verpackt 

Während viele große Marken umdenken und endlich umweltfreundlichere Verpackungen anbieten, geht Ferrero gegen den Trend. Sowohl Hanuta als auch Kinder Riegel und Kinder Country gibt es jetzt im Doppelpack. Das bedeutet auch doppelten Plastikmüll. Die Veränderungen haben Ende vergangenen Jahres für reichlich Kritik im Internet gesorgt


Kampf gegen Plastikverpackungen

Diese Unternehmen wollen ihre Verpackungen reduzieren: 

  • Coca Cola und Pepsi
    Die beiden Sofrdrink-Konkurrenten Coca-Cola und Pepsi haben bei einem gemeinsamen Auftritt in Davos "enorme Fortschritte" im Kampf gegen den Plastikmüll versprochen. Ziel sei es unter anderem, weltweit Plastikflaschen wieder einzusammeln, zu recyclen und so eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Die beiden Konzerne gehören zu einem Bündnis von internationalen Unternehmen, der "Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt"
  • Starbucks 
    Noch gibt es keine genau Lösung. Doch schon bis 2020 will die große Kaffeehaus-Kette Starbucks auf die Coffee-to-Go-Becher verzichten. Die Pappbecher mit dazugehörigem Plastikdeckel und Strohhalm sind zum Symbol der Umweltverschmutzung durch Plastik geworden. Allein in Deutschland sollen 320.000 Stück verbraucht werden – pro Stunde. 
  • Discounter und Supermärkte
    Auch immer mehr Lebensmittel-Geschäfte sagen Plastik dem Kampf an. Rewe will ab April in einem Pilotprojekt in mehr als 600 Märkten auf Verpackungen beim Bio-Obst und -Gemüse verzichten. Der Konzern verspricht sich, so 90.000 Kilogramm Verpackungsmaterial einzusparen. Schon jetzt bietet der Markt vielerorts Mehrweg-Taschen für Obst und Gemüse an. Auch andere Läden setzen auf eine umweltfreundlichere Verkaufspolitik und wollen bis Ende des Jahres Einweggeschirr aus dem Sortiment nehmen.
  • Procter & Gamble
    Der Hersteller von "Head & Shoulders", "Pampers" und Co. will seine Verpackungsmenge pro Artikel bis 2020 um 20 Prozent reduzieren. Seit 2008 habe der Konzern das Gewicht der Verpackung von "Head & Shoulders" bereits um 30 Prozent reduziert, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Das Material soll in Zukunft zu 90 Prozent wiederverwertbar sein.

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