Self-Checkout an der Kasse geplant Bünting wieder in den schwarzen Zahlen

Für Bünting stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Foto: Nina KallmeierFür Bünting stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Foto: Nina Kallmeier

Nortmoor. Die Unternehmensgruppe Bünting gehört zu den 15 größten Lebensmitteleinzelhändlern in Deutschland. Nach turbulenten Jahren der Konsolidierung sieht Unternehmenschef Markus Buntz die Gruppe wieder auf Kurs. Auch Expansionen sind wieder geplant.

Amazon, Ikea und Elektrohändler haben es vorgemacht, jetzt will auch die Unternehmensgruppe Büntig nachziehen. In Pilotprojekten testet der ostfriesische Lebensmitteleinzelhändler noch in diesem Jahr sowohl die Möglichkeit für Kunden, sich am Ausgang selbst abzukassieren oder auch die Ware direkt am Regal nicht nur in den tatsächlichen, sondern auch in den virtuellen Warenkorb zu legen und an der Kasse nur noch zu zahlen. Das stellte Vorstandsvorsitzender Markus Buntz am Dienstag beim Jahresanfangsgespräch in Aussicht. 

Zurück in der Erfolgsspur?

Mit der Entwicklung des vergangenen Jahres ist Buntz derweil zufrieden. „Die Zahlen 2017 und die Entwicklung im Jahr 2018 zeigen, dass wir die richtigen Veränderungen im Zuge der Neuausrichtung vorgenommen haben“, sagte der Unternehmenschef. Nach den operativ bereits positiven Zahlen der vergangenen Jahre ist 2018 nun auch wie angestrebt ein „deutlich positives“ Konzernergebnis erreicht.

 Genaue Zahlen sagte er nicht. Das Betriebsergebnis verdoppelte sich derweil 2017 fast auf 9,7 Millionen Euro. Der Umsatz der Ostfriesen lag 2017 und auch 2018 bei rund 1,6 Milliarden Euro. Insgesamt erwirtschafteten die Lebensmittelgeschäfte in Deutschland 2017 einen Nettoumsatz in Höhe von 158,3 Milliarden Euro — ein Plus von 4,7 Milliarden im Vergleich zu 2016. 

Zeichen stehen auf organischem Wachstum

Nach der Bereinigung der Filialen in den vergangenen Jahren stehen die Zeichen auch wieder auf organisches Wachstum – sowohl im Kern- als auch im Randgebiet. 19 Standorte stünden im Fokus, so Buntz. Die Wettbewerbssituation werden derweil nicht einfacher. Neben neuen Standorten will das Unternehmen jedoch auch weiterhin in die bestehenden rund 200 Märkte investieren. Nach größeren Summen im zweistelligen Millionen-Bereich in den vergangenen Jahren werde sich diese Summe steigern, so der Vorstandschef.

Onlinehandel als Service am Kunden

Auch den Onlinehandel mit Lebensmitteln rückt Bünting weiter in den Fokus. „Auf der neu geschaffenen Plattform Combi.de können Kunden seit Kurzem auch online einkaufen“, so der Vorstandsvorsitzende. Das sieht Buntz vor allem als Service am Kunden, der Fokus liege weniger auf Umsatzerlösen, die 2017 im E-Commerce bei rund neun Millionen Euro lagen. „Es muss sich wirtschaftlich rechnen.“ In dieser Hinsicht sei das Konzept von Büntig tragfähig. 

Derzeit spielt der Onlinehandel zwar, gemessen am Gesamtumsatz, im Lebensmitteleinzelhandel noch eine untergeordnete Rolle, die Zuwachsraten sind branchenweit jedoch hoch. Der Branchenverband Bitkom hat in einer Umfrage ermittelt, dass inzwischen jeder vierte Online-Shopper auch schon einmal Lebensmittel im Netz eingekauft hat. Die bestehende Online-Plattform Mytime der Bünting-Gruppe zählte bereits zu den fünf größten Marktteilnehmern.

Investitionen in Einkauf und Logistik 

Auch innerhalb der Lieferkette hat Bünting 2017 und 2018 laut Buntz Impulse gesetzt, unter anderem mit der Einführung einer Software, mit der die Warenverfügbarkeit besser ausgesteuert werden kann. Auch in der Gründung der Retail Trade Group (RTG) vor zwei Jahren sieht der Vorstandsvorsitzende einen Erfolg. „Es ist eine starke und leistungsfähige Einkaufsgemeinschaft entstanden, die gegenüber den großen nationalen Händlern bei Konditionen und Strukturen wettbewerbsfähig ist“, ist Buntz überzeugt. Ein deutliches Indiz für die Leistungsfähigkeit und das Potenzial der RTG sei der Beitritt von tegut Mitte 2018, der ein weiteres Wachstum des Einkaufsvolumens zur Folge hat. 

Optimistisch für das Jahr 2019

Nach den Erfolgen im vergangen Jahr ist Markus Buntz auch für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. An die großen vier der Branche – Edeka, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, die Rewe-Gruppe und Aldi – kommt Bünting zwar nicht heran, dennoch belegt das Unternehmen laut letztem Ranking der Top-30-Lebensmittelhändler in Deutschland Platz 15. Demnach haben die Ostfriesen, die zwischen Ostfriesland und Ostwestfalen mehr als 200 Filialen in Eigenregie betreiben, einen bundesweiten Marktanteil von 0,6 Prozent.


Über Bünting

Mit knapp 14.000 Beschäftigten und 200 Märkten zwischen Ostfriesland und Ostwestfalen ist die Bünting-Gruppe derzeit einer der größten Arbeitgeber im Nordwesten. Das vor mehr als 200 Jahren gegründete Handelshaus machte sich zunächst durch Geschäfte mit Tee und Kaffee einen Namen. In den vergangenen Jahren wurde Bünting über Zukäufe immer größer. Zum Firmengeflecht des mittelständischen Familienunternehmens gehören inzwischen Ketten von Einkaufsmärkten wie Famila, Combi und Jibi.

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