Filialen in Osnabrück und Emsland Schuhpark ist insolvent – Betrieb läuft weiter

Schuhpark (hier in Lingen/Ems) hat Insolvenz in Eigenregie beantragt. Archivfoto: KrüsselSchuhpark (hier in Lingen/Ems) hat Insolvenz in Eigenregie beantragt. Archivfoto: Krüssel

Warendorf. Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf hat beim Amtsgericht Münster Insolvenz beantragt. Der Betrieb in den bundesweit 89 Filialen laufe uneingeschränkt weiter, teilte die Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff mit mit.

Das Unternehmen beantragte die Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht habe dem Anliegen entsprochen. „Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens im Interesse aller Beteiligten sicherzustellen“, wird Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies, der das Unternehmen in Eigenverwaltung führt, in der Mitteilung zitiert.

Hoher Umsatz, niedriges Ergebnis

Schuhpark ist mit seinen 89 Filialen (samt Schuh-Paradies sowie Marken-Stores von Ghosh und Tamaris) im Nordwesten eigener Angabe zufolge einer der größten Schuhhändler Deutschlands. Das Unternehmen sei aufgrund einer „schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation“ in Schieflage geraten, „nicht zuletzt begründet durch den heißen Sommer 2018 sowie veränderter Rahmen­be­dingungen wie die zunehmende Abkehr des Kunden zugunsten des Online-Handels“. Das Unternehmen hatte dem Bundesanzeiger zufolge im Geschäftsjahr 2016/2017 lediglich einen Überschuss von knapp 40.000 Euro erwirtschaftet – bei einem Umsatz von rund 31,7 Millionen Euro.

Das Gericht stellte dem Unternehmen einen Rechtsanwalt zur Seite, der als Sanierungsexperte gelte. Er soll die Geschäftsführung überwachen und Gläubigerinteressen wahren. Die Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff tritt in die Geschäftsführung mit ein und soll die operative Restrukturierung verantworten.

Rund 900 Mitarbeiter – wenige in Vollzeit

Schuhpark wurde 1975 gegründet und beschäftigt eigener Angabe zufolge mehr als 900 Mitarbeiter – zumeist Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte, nur ein Bruchteil in Vollzeit. Sie seien bereits über die Insolvenz in Eigenregie informiert worden, ihre Gehälter seien durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. 

Filialen in unserer Region gibt es unter anderem in Osnabrück (Hannoversche Straße), Nordhorn (Hagenstraße), Ibbenbüren (Große Straße), Rheine (Emsstraße), Lingen (Poststraße/Lookentor), Meppen (Bahnhofstraße), Steinfurt (Baumgarten), Emsdetten (Rheiner Straße) und Greven (Markstraße). Für die Kunden ändere sich nichts, versicherte das Unternehmen.


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