Nach nur zehn Jahren in der Luft Erste Airbus-A380-Passagierflugzeuge werden bereits wieder zerlegt

Von dpa

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Der erste Airbus A380 wurde an Singapore Airlines ausgeliefert. Im Oktober 2007 startete er in Singapur zum ersten Flug. Foto: imago/XinhuaDer erste Airbus A380 wurde an Singapore Airlines ausgeliefert. Im Oktober 2007 startete er in Singapur zum ersten Flug. Foto: imago/Xinhua

Tarbes. Der weltgrößte Passagierjet ist kaum noch gefragt. Nun werden zwei der ersten Modelle des A380 verschrottet. Der Eigentümer hält das für profitabler als eine Zweitvermietung.

Singapore Airlines hat seine Flugzeuge ausgemustert, darunter auch die frühen Modelle des Airbus A380. Zwei dieser Maschinen stehen momentan in Frankreich und sollen in Einzelteile zerlegt werden – nach nur rund zehn Jahren im Flugbetrieb. Die stillgelegte Maschine mit der Seriennummer 003 ist die erste Airline-A380 weltweit, die außer Dienst gestellt wurde.

Normalerweise werden Leasingflugzeuge in diesem Alter generalüberholt und dann weitervermietet. Technisch halten Passagierflugzeuge 20 bis 40 Jahre. Doch ein Zweitmarkt für Maschinen dieser Größenklasse fehlt. Bei den Airbus-Modellen entschied sich daher der Eigentümer – der deutsche Flugzeugfonds Dr. Peters – für ein Ausschlachten und den Verkauf der Einzelteile. Da die Bauteile fast vollständig wiederverwertet werden können, winken hohe Erlöse. Laut der Unternehmensgruppe wird der Verkauf bis Ende 2020 dauern. Die Verantwortlichen rechnen mit Gesamteinnahmen von 45 Millionen Dollar. 

Airbus-Maschinen 003 und 005 werden Ersatzteillager

Die Maschine MSN 003 ist der dritte je gebaute A380 und der erste Airbus seiner Art, der für einen Linienflug abhob: Im Oktober 2007 flog der Doppeldecker von Singapur nach Sydney. Passagiere zahlten damals im Rahmen einer Wohltätigkeitsaktion bis zu 70.000 Euro für ein Ticket. Seit Herbst 2017 parkt das Flugzeug am Aéroport de Tarbes-Lourdes-Pyrénées. Einige Monate später wurde auch die Maschine mit der Seriennummer 005 aus dem Verkehr gezogen und in Tarbes abgestellt. Auch dieser A380 war zehn Jahre lang für Singapore Airlines geflogen. Die Spezialfirma "Tarmac Aerosave" zerlegt die Maschinen in Einzelteile.


Grund für die Ausmusterung ist unter anderem, dass die frühen A380 schwerer und daher weniger effizient als spätere Exemplare sind. Oft werden ausrangierte Passagierflugzeuge zu Frachtmaschinen umgebaut. Dies sei bei dem zweistöckigen A380 aber zu aufwändig. Die Dr. Peters Group wolle daher lieber sukzessive die Einzelteile verkaufen. "Zahlreiche Airlines, die aktuell den A380-800 einsetzen, werden aufgrund von anstehenden Wartungsintervallen einen hohen Bedarf an einzelnen Ersatzkomponenten habe", begründete das Unternehmen.

Testmaschinen des A380 in Museen ausgestellt

Andere frühe Modelle des A380 kommen ins Museum: Airbus hat vor zwei Jahren den A380 MSN 004 dem Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget bei Paris gespendet. Der Superjumbo hatte seinen Erstflug schon 2005 absolviert, war jedoch nur eine Testmaschine. Im Museum Aeroscopia in Toulouse soll Ende dieses Jahres die Testmaschine A380 MSN 002 ausgestellt werden.

Das Prestigeprojekt A380 hat eine holprige Entwicklung hinter sich. Technische Defekte und Probleme, die 600 Sitzplätze zu füllen, machten die Maschinen auf einigen Strecken unrentabel. Der Trend geht zu kleineren Maschinen, die bei den hohen Frequenzen leichter zu befüllen sind. Dies schlägt sich auch in der Auftragslage nieder. Im vergangenen Jahr hat der europäische Flugzeugbauer Airbus zwölf A380 ausgeliefert, 2017 waren es 15. Für 2019 hat der Flugzeugbauer angekündigt, nur noch acht Maschinen zu produzieren.


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