Flugbetrieb geht weiter Flüge auch ab FMO: Germania in akuter Finanznot

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Germania hebt weiter ab: Finanznot hat auf den Flugbetrieb in Münster, Bremen und Hamburg keinen Einfluss, bestätigen die Flughäfen auf Anfrage. Foto: Christoph Schmidt/dpaGermania hebt weiter ab: Finanznot hat auf den Flugbetrieb in Münster, Bremen und Hamburg keinen Einfluss, bestätigen die Flughäfen auf Anfrage. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Osnabrück. Das Aus von Air Berlin hat hohe Wellen geschlagen und unter anderem die Fluggesellschaften Primera Air, Azur Air, Skywork Airlines oder Small Planet sind zudem 2018 pleite gegangen. Nun steckt Germania in akuter Finanznot.

Auch wenn sich die Nord-Flughäfen an Spekulationen um den Fortbestand der Berliner Fluggesellschaft Germania nicht beteiligen wollen, wird die Nachricht über die aktuelle Finanznot für Aufsehen gesorgt haben. Immerhin hat die Fluggesellschaft in Bremen einen Anteil von rund 14 Prozent am Flugbetrieb und im Schnitt drei Flugzeuge dort stationiert, wie eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Und Germania wollte weiter wachsen und in diesem Jahr 500 000 Passagiere abheben lassen. Auch am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) soll in diesem Jahr eine dritte Maschine stationiert werden, aktuell werden 20 Destinationen angeflogen. Nach Lufthansa ist Germania der zweitwichtigste Partner.

FMO geht von schneller Klärung aus

Man habe Germania immer als sehr seriösen und zuverlässigen Partner kennen- und schätzen gelernt, heißt es auf Anfrage vom FMO. „Von daher gehen wir davon aus, dass Germania die aufgeworfenen Fragestellungen nun zügig klären wird, damit es nicht zu einer Verunsicherung bei den Fluggästen kommt.“ 

 „Aus aktuellem Anlass“ hatte Germania am Dienstagabend mitgeteilt, dass „mehrere Optionen einer Finanzierung“ geprüft würden, „um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern“. Welche Optionen das sind und ob auch ein Verkauf der Fluggesellschaft möglich ist, lässt die Airline auch auf Anfrage offen. Die aktuelle Situation begründet Germania in ihrer Mitteilung unter anderem mit massiven Preissteigerungen beim Kerosin, der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie erheblichen Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät.

Wirtschaftliche Probleme bei Germania nicht neu

Die wirtschaftlichen Probleme kommen indes nicht überraschend, obwohl der deutsche Luftverkehr im vergangenen Jahr massiv gewachsen ist. Schon der im Bundesanzeiger veröffentlichte Geschäftsbericht 2016 spricht die Entwicklung der Gesellschaft unter den Erwartungen der Geschäftsführung an. Demnach weist Germania nach einem Fehlbetrag von rund 6,8 Millionen Euro im Jahr 2015 auch für 2016 einen Fehlbetrag von 7,7 Millionen Euro aus. Insgesamt schlug laut Finanzbericht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 13,3 Millionen zu Buche. Neuere Zahlen gibt es nicht.

Am Fortbestand der Airline hatten die Verantwortlichen zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung allerdings keine Zweifel. Auch die Liquidität wurde für 2017 als ausreichend eingestuft. 

Keine Auswirkung auf den Flugbetrieb

Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben die finanziellen Turbulenzen derweil nicht. In Greven wie auch Bremen und Hamburg, von wo aus elf Flüge pro Woche zu sieben Zielen abheben, läuft nach Aussage der Flughäfen alles nach Plan.

Insgesamt bietet die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben mit einer Flotte von 37 Flugzeugen von 18 Abflughäfen Verbindungen zu mehr als 60 Zielen an. Mehr als vier Millionen Passagiere würden auf Kurz- und Mittelstrecke befördert, so Germania.


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