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27.12.2018, 17:49 Uhr KOMMENTAR

Vorteil mobiler Ladesäulen ist fraglich

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


VW setzt auf mobile Schnellladesäulen. Foto: Jan Woitas/dpaVW setzt auf mobile Schnellladesäulen. Foto: Jan Woitas/dpa

Osnabrück. Volkswagen will den schleppenden Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Autos mit mobilen Schnellladesäulen beschleunigen. Für ein Pilotprojekt in Wolfsburg sollten erste mobile Ladesäulen im ersten Halbjahr 2019 aufgestellt werden. Fällt die Energie unter 20 Prozent, kann die entleerte Ladesäule gegen eine geladene getauscht werden, so der Konzern. Ein Kommentar.

Für das Smartphone ist sie eine feine Sache: Die Powerbank in der Tasche sorgt dafür, dass man auch unterwegs erreichbar bleibt. Wieder zu Hause, wird die mobile Ladestation aufgetankt, und der nächsten Reise steht nichts im Weg.

Was VW nun für die Elektromobilität plant, ist eine Powerbank im großen Stil: Eine Ladesäule mit voll aufgeladenem Akku wird aufgestellt, Autofahrer können sie nutzen – und wird die Batterie leerer, wird die Station einfach wieder abgebaut und eine neue platziert. Dass in der mobilen Ladesäule alte Autobatterien recycelt werden, ist, im Kreislauf gedacht, eine feine Sache.

Dennoch stellt sich die Frage: Worin besteht der Vorteil zu einer „normalen“ Schnellladesäule, und wie wird die Infrastruktur hinter den Powerbanks der E-Mobilität organisiert? Ein System für den Austausch leer getankter Ladesäulen muss ebenso aufgebaut werden wie ein zentrales „Nachladesystem“. Macht eine mobile Station Sinn, wenn sie dauerhaft benötigt wird? Möglicherweise auf dem Land, wo ein Netzaufbau aufwendig ist. In der Stadt eher nicht.

E-Mobilität mit konventionellen Tankstellen zu koppeln, wie es bereits oft gemacht wird, wäre da zielführender. Die Stationen sind bekannt, und auch an stationären Ladesäulen könnte mithilfe von Solarpanels und einer Art Hybrid-Station auf Strom aus erneuerbaren Energien gesetzt werden. 


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