Kritik an Notenbank Börse auf Talfahrt: Donald Trump rät zum Aktienkauf

Von dpa

Auch Weihnachten versetzt Donald Trump nicht in versöhnliche Stimmung. Foto: Imago/Zach GibsonAuch Weihnachten versetzt Donald Trump nicht in versöhnliche Stimmung. Foto: Imago/Zach Gibson

Washington. Schuld ist natürlich nicht der Präsident: Donald Trump rät nach einem Kurssturz seinen Landsleuten zum Aktienkauf und sieht die Verantwortung für das Chaos an der Börse bei der US-Notenbank.

Vor der Wiedereröffnung der US-Börsen am Mittwochnachmittag (15.30 Uhr MEZ) hat US-Präsident Donald Trump Investoren empfohlen, die zuletzt gefallenen Kurse zum Aktienkauf zu nutzen. Gleichzeitig wiederholte er am Dienstag (Ortszeit) seine scharfe Kritik an der US-Notenbank. Diese hatte vergangene Woche entschieden, den Leitzins anzuheben.

"Ich denke, es ist eine großartige Gelegenheit zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit zu kaufen", sagte Trump am ersten Weihnachtsfeiertag vor Reportern im Weißen Haus. Er habe "großes Vertrauen" in US-Unternehmen, betonte der Präsident.

Kritik an Notenbank

Trump sieht die steigenden Aktienkurse im ersten Jahr seiner Amtszeit als seinen Verdienst an und reagiert mit zunehmendem Zorn auf die derzeit schwachen Märkte. Im Zentrum seiner Kritik steht die Notenbank, da die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze unter Hinweis auf die Wirtschaftsdaten langsam, aber stetig erhöhte.

"Sie erhöhen die Zinsen zu schnell, das ist meine Meinung", sagte Trump. Der Termin im Oval Office war eigentlich dazu gedacht, US-Truppen anzurufen, um ihnen schöne Feiertage zu wünschen. Weitere schrittweise Zinserhöhungen sind nach Angaben der (Fed) von vergangener Woche wahrscheinlich. Allerdings erwartet die US-Notenbank nur zwei Zinserhöhungen im kommenden Jahr anstatt drei, wie noch im September angedeutet.

Katerstimmung an der Börse

Trumps Finanzminister Steven Mnuchin versuchte, am vergangenen Wochenende einzugreifen und die Märkte zu beruhigen. Er versprach, der Präsident plane nicht den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zu entlassen. Telefonate Mnuchins mit den Chefs einiger der größten US-Banken, scheinen die Investoren allerdings eher weiter beunruhigt zu haben.

Die wichtigsten US-Aktienindizes verloren am Montag weiter an Boden, wobei der Dow Jones Industrial Average um fast 3 Prozent und der S&P 500 um rund 2,5 Prozent zurückging. Die Indizes bewegen sich für das Gesamtjahr im negativen Bereich. Am Dienstag waren die US-Börsen wegen des Weihnachtsfeiertags geschlossen.

Shutdown geht weiter – bis zum Mauerbau?

Die Börse in Japan war hingegen geöffnet und schloss tief im Minus. Der Nikkei-Index brach ein und beendete den Handel mit 5,01 Prozent im Minus bei 19,155.74 Punkten. Auch andere asiatische Indizes verzeichneten hohe Verluste.

Parallel zur Talfahrt der Märkte befindet sich die US-Bundesregierung seit Samstag auch in einem teilweisen Stillstand der Regierungsgeschäfte. Trump will diesen sogenannten Shutdown erst beenden, wenn er mehr Geld für seine Grenzmauer mit Mexiko erhält.


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