Zweistelliges Umsatzwachstum Harting bleibt auf Kurs

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Der Harting-Vorstand ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 sehr zufrieden: Andreas Conrad (von links), Michael Pütz, Margrit Harting, Frank Brode, Philip Harting, Maresa Harting-Hertz und Dietmar Harting. Foto: HartingDer Harting-Vorstand ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 sehr zufrieden: Andreas Conrad (von links), Michael Pütz, Margrit Harting, Frank Brode, Philip Harting, Maresa Harting-Hertz und Dietmar Harting. Foto: Harting

Espelkamp. Während sich die Wirtschaftsprognosen eintrüben, sind Familienunternehmen und Mittelständler in der Region weiterhin erfolgreich unterwegs. Ein Beispiel ist die Technologiegruppe Harting mit Sitz in Espelkamp.

Das zweistellige Umsatzwachstum auf 762 Millionen Euro hat die Erwartungen deutlich übertroffen, sagte Vorstandsvorsitzender Philip Harting beim Jahresgespräch am Freitag in der Firmenzentrale. „Wir haben mit diesem Umsatzsprung einen großen Schritt in Richtung Weltunternehmen gemacht.“ Steckverbindungen des Espelkamper Familienunternehmen sind nicht nur im Bereich E-Mobilität unter anderem in Schnellladestrukturen zu finden, sondern auch im Streetscooter der Post oder im Bereich Eisenbahn.

Wachstumstreiber sind laut Harting Impulse aus den Marktsegmenten Transportation, Maschinenbau, Automation und Robotik. Mit Blick auf die Regionen konnte das weltweit aufgestellte Familienunternehmen mit seinen 13 Produktionsstätten überall wachsen. „Das stärkste Plus gab es in der Region Asien“, so Harting. Dort steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 18 Prozent auf 187 Millionen Euro. Insgesamt erzielt die Harting-Gruppe mittlerweile rund 70 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. 

63 Millionen Euro investiert - vor allem am Hauptsitz

Dennoch bleibt die Technologiegruppe mit der Region verwurzelt, betonten die Unternehmensverantwortlichen. Das zeigen unter anderem die Investitionen. Von den rund 63 Millionen Euro, die das Unternehmen in diesem Jahr in die Hand genommen hat, floss ein Großteil in das European Distribution Center (EDC), das große Logistikzentrum, das aktuell am Hauptsitz Espelkamp entsteht, stellte Vorstand Maresa Harting-Hertz vor. Im Frühjahr soll der Probebetrieb beginnen. Außerdem wurde die Entwicklungskompetenz in Rahden gebündelt.

Und die Investitionen der Gruppe sollen im nächsten Jahr nicht zurückgefahren werden, kündigte Harting-Hertz an. Unter anderem werde das Werk in Rumänien deutlich ausgebaut, ergänzte Vorstand Andreas Conrad. Dort werden Steckverbindungen für die E-Mobilität gefertigt - ein Markt, in dem Philip Harting für die Technologiegruppe weiterhin große Chancen sieht. Zusammen mit den Partnern Rinspeed und Kuka haben die Espelkamper unter anderem eine automatisierte Ladelösung für E-Autos geschaffen, stellte er vor.

Weitere Erweiterungen geplant

Auch das Werk in den USA, der Standort in Indien, der nach eineinhalb Jahren bereits erweitert wurde, die Kapazitäten in China oder in der Schweiz sieht der Vorstandsvorsitzende vor einer Weiterentwicklung. "Wir wachsen in den Regionen überproportional", so Harting. Das jeweils zweistellige Umsatzwachstum der vergangenen zwei Jahre gebe einen Schub für Investitionen der Zukunft. Insgesamt hat die Harting-Gruppe ihren Umsatz in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Das starke Wachstum, gerade in den vergangenen zwei Jahren, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Man hätte gerne mehr sonntags gearbeitet, um die Kundenaufträge abarbeiten zu können, so Andreas Conrad. An zehn bis zwölf Wochen ist das an den beiden großen Standorten in Espelkamp und Rahden möglich gewesen. "Unsere Auslandsstandorte haben das abgefangen."

Harting: "Zenit des Wachstums überschritten" 

Für das kommende Jahr ist Philip Harting vorsichtig optimistisch. Als international tätiges Familienunternehmen sieht er unter anderem im Zollstreit mit den USA oder dem Brexit für Harting Herausforderungen und Risiken. „Die Zölle haben uns in diesem Jahr schon getroffen“, so Harting. 

Mit einem Umsatzzuwachs von knapp unter fünf Prozent rechnet der Vorstandsvorsitzende. „Der Zenit des Wachstums ist überschritten“, ist er überzeugt. Die Zuwachsraten in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres seien bereits schwächer ausgefallen.

Neuer Vorstand zum Jahreswechsel

Inklusive Auszubildenden und Leiharbeitnehmern beschäftigt Harting mehr als 5000 Mitarbeiter. An den deutschen Standorten in Espelkamp, Rahden und Minden angestellt sind aktuell 2577, im Ausland sind es mehr als 2400. Damit sind im vergangenen Jahr 341 neue Stellen geschaffen worden: 77 in Deutschland und 264 in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften.

Eine neue Personalie hatte das Unternehmen noch zu verkünden. Zum Januar geht Frank Brode in den Ruhestand. Nachfolger ist Uwe Gräff.


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