Ein Bild von Manuel Glasfort
04.12.2018, 18:34 Uhr SCHICKSAL DER NORDLB UNGEWISS

System der Landesbanken überdenken

Von Manuel Glasfort


Die Zentrale der NordLB in Hannover. Foto: dpaDie Zentrale der NordLB in Hannover. Foto: dpa

Osnabrück. Das Schicksal der angeschlagenen NordLB soll sich in den kommenden Monaten entscheiden. Die Politik sollte den Fall zum Anlass nehmen, das System der Landesbanken zu überdenken.

Die Landesbanken haben den Steuerzahlern schon viel Ärger bereitet. Die WestLB – abgewickelt. die HSH Nordbank – privatisiert. Die SachsenLB – in der LBBW aufgegangen. Zu oft wollten die Verantwortlichen das große Rad am Kapitalmarkt drehen. Am Ende blieben bei den Steuerzahlern Milliardenverluste hängen, zuletzt in Schleswig-Holstein und Hamburg. Und jetzt in Niedersachsen? Das ist nicht auszuschließen.

So oder so sollte die Politik den Fall NordLB zum Anlass nehmen, das Landesbankensystem grundsätzlich zu überdenken. Es muss ja nicht gleich ein Super-Institut sein, wie es dem Sparkassenverbandschef Helmut Schleweis vorschwebt. Eine solche Megafusion müsste gegen große Widerstände durchgeboxt werden. Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg hätten wenig Interesse an einem fusionierten Institut, weil sie den Einfluss auf ihre Hausbank verlieren würden.

Einfacher zu bewerkstelligen wäre da schon eine intensive Kooperation der Institute und die Konzentration auf die Kernaufgaben: Den Sparkassen den Zugang zum Kapitalmarkt zu sichern und als Kofinanzierer für größere Mittelständler die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Wenn das gelingt, verliert das Wort Landesbank vielleicht irgendwann seinen schrecklichen Beiklang für die Steuerzahler.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN