Studie zu Rentenlücken Rentner in Niedersachsen müssen auf 681 Euro verzichten

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Die Lücken bei den Renten könnten sich in den kommenden Jahren noch vergrößern.Die Lücken bei den Renten könnten sich in den kommenden Jahren noch vergrößern.

Frankfurt am Main. Zwischen letztem Einkommen und Rente klafft eine Lücke. Diese ist in einkommensstarken Bundesländern besonders groß.

Wer in Niedersachsen in Rente geht, muss im Durchschnitt mit 681 Euro weniger im Portemonnaie auskommen. Das hat eine aktuelle Studie des Kreditinstituts "Deka" ergeben. Damit sind die Niedersachsen noch recht gut bedient, in anderen Bundesländern und auch bundesweit ist die Rentenlücke deutlich größer.

Um ihren gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können, fehlen den deutschen Rentnern laut der Studie im Schnitt 769 Euro. Diese Differenz ergibt sich zwischen dem finanziellen Bedarf im Alter (60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens) und der gesetzlichen Rentenzahlung (brutto). Auffällig ist, dass gerade in einkommensstarken Bundesländern die Lücke am größten ist, zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West.

Die größte Rentenlücke klafft in Hamburg. In der Hansestadt müssen Rentner auf durchschnittlich 1076 Euro verzichten, hingegen sind die Einbußen im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern mit 344 Euro am geringsten. Ähnlich wie in Hamburg ist auch in anderen einkommensstarken Bundesländern wie etwa in Hessen (963 Euro), Baden-Württemberg (899 Euro) und Bayern (919 Euro) die Rentenlücke mit am größten.

Das sei nicht zufällig so, sondern: "Die Beitragsbemessungsgrenze deckelt die Rentenzahlungen nach oben, so dass sich aus höheren Löhnen nicht automatisch eine nach oben offene höhere Rente ergibt“, sagt "Deka"-Chefvolkswirt Ulrich Kater in einer Pressemitteilung.

Wie entsteht das Ost-West-Gefälle?    

Nicht nur die Unterschiede zwischen einkommensstarken- und schwachen Bundesländern stechen in der Auswertung heraus, auch zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Während Rentner in den ostdeutschen Bundesländern im Durchschnitt auf 380 Euro verzichten, sind es im Westen rund 830 Euro. 

Nach Angaben der "Deka" lägen die Rentenzahlungen im Osten derzeit höher als im Westen, was etwa mit der Aufwertung der Osteinkommen nach der Wende zusammenhänge. Nichtsdestotrotz sei der Wunsch, die Rentenlücke zu füllen, genauso stark wie im Westen – und das sei durchaus berechtigt. Denn gerade in den neuen Bundesländern sei die Gefahr etwa wegen niedriger Vermögensstände in Altersarmut zu rutschen nicht zu unterschätzen. "Wer nur eine gesetzliche Rente unter 900 Euro bezieht, liegt bereits unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle in den neuen Bundesländern", sagt Kater. 

Laut des Experten könnten die Rentenlücken in den kommenden Jahren noch größer werden. "Die aktuell errechnete Differenz wird aufgrund der alternden Bevölkerung in den nächsten Jahren noch zunehmen", sagt Kater. Um seinen Lebensstandard im Alter halten zu können, müsste laut Kater stärker privat vorgesorgt werden. Dem "Deka"-Volkswirt ist dabei auch bewusst, dass es gerade Geringverdienern schwer fällt pro Monat noch Geld für die private Altersvorsorge zurückzulegen. 

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