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30.11.2018, 18:06 Uhr NAFTA-NACHFOLGEPAKT UNTERZEICHNET

Trump blufft im Handelsstreit nicht

Von Manuel Glasfort


US-Präsident Donald Trump und Kanadas Premierminister Justin Trudeau (rechts) haben zusammen mit Mexikos Staatschef Enrique Pena Nieto den neuen Handelspakt unterzeichnet. Foto: AFPUS-Präsident Donald Trump und Kanadas Premierminister Justin Trudeau (rechts) haben zusammen mit Mexikos Staatschef Enrique Pena Nieto den neuen Handelspakt unterzeichnet. Foto: AFP

Osnabrück. Donald Trump hat sich in den Verhandlungen um ein neues Freihandelsabkommen mit den Nachbarländern Mexiko und Kanada durchgesetzt. Für den schwelenden Konflikt mit der EU lässt das Schlimmes erahnen.

Donald Trump war wahrlich kein großer Fan von Nafta. Schon vor seiner Wahl zum US-Präsidenten geißelte er das Abkommen mit Kanada und Mexiko als „schlechtesten Handelspakt der Geschichte“ – nun ja. Jetzt hat Trump seine Unterschrift unter das neu verhandelte Abkommen gesetzt, das auf sein Betreiben nicht mehr Nafta heißt. Für Europa und besonders Deutschland verheißt das nichts Gutes.

Denn es kann keinen Zweifel geben, wer sich bei der Neuverhandlung durchgesetzt hat. Donald Trump hat das gesamte Gewicht der größten Volkswirtschaft der Erde in die Waagschale geworfen, um den Nachbarn seinen Willen aufzuzwingen. Auch Kanadas Premier Justin Trudeau knickte am Ende ein. Trump lernt daraus vor allem eines: Seine Brachialmethoden können zum Erfolg führen, ungeachtet der Kollateralschäden auch für das eigene Land. Oder in Trumps eigenen Worten: „Handelskriege sind gut, und einfach zu gewinnen.“

Mit breiter Brust geht der US-Präsident jetzt in den Konflikt mit Europa, was vor allem in Wolfsburg, München und Stuttgart für Alarmstimmung sorgt: Ein Importzoll von 25 Prozent würde den deutschen Autoherstellern schwer zusetzen. Jetzt wollen die Konzernmanager Trump mit neuen Werken in den USA milde stimmen. Man kann ihnen nur viel Erfolg wünschen. Trump blufft nicht.


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