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30.11.2018, 17:55 Uhr KOMMENTAR

Überstunden: Arbeitszeitkonten sind eine Lösung

Von Nina Kallmeier


Die Bürolichter bleiben an: Arbeitnehmer machen kontinuierlich mehr Überstunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpaDie Bürolichter bleiben an: Arbeitnehmer machen kontinuierlich mehr Überstunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Osnabrück. Rund 2,1 Milliarden Überstunden haben Angestellte im vergangenen Jahr gemacht - die Tendenz für 2018 ist weiter steigend. Ein Kommentar.

Der nächste Rekord: Die absolute Zahl der Überstunden ist im vergangenen Jahr auf 2,1 Milliarden gestiegen. Zum Vergleich: Das entspricht rund 1,2 Millionen Vollzeitstellen. Und dennoch zeigt diese erschreckende Zahl nur die halbe Wahrheit. Denn in einer Vielzahl von Betrieben werden Überstunden nicht erfasst – oder die Mehrarbeit der Mitarbeiter ist von vornherein laut Arbeitsvertrag mit dem Gehalt abgegolten.

Vor allem das Problem der unbezahlten Überstunden müssen Gewerkschaften höher auf die Agenda setzen. Grundsätzlich sind viele Beschäftigte zu Mehrarbeit bereit. Es wäre allerdings nur fair, sie auch für ihre Leistung zu bezahlen – oder einen Ausgleich zu gewähren.

Letzteres macht in Unternehmen, die sich Familienfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben haben, immer mehr Schule. Sie richten Lebensarbeitszeitkonten ein. Das ist ein richtiger Schritt, der den Bedürfnissen von Arbeitnehmern – und Arbeitgebern – in der heutigen Arbeitswelt entgegenkommt. Es gibt Lebensphasen, in denen Mitarbeiter bereitwillig mehr arbeiten. Zu anderen Zeiten, wenn kleine Kinder betreut oder Angehörige gepflegt werden müssen, kommt ihnen die aufgebaute Zeit zugute. Mehrarbeit muss im Betrieb ein Geben und Nehmen sein.


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