Wirtschaftswachstum in diesem Jahr geringer Probleme in Autoindustrie: BDI senkt Prognose

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Die Probleme der Autoindustrie bei der Zulassung neuer Typen hinterlassen immer stärkere konjunkturelle Bremsspuren: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) muss seine Wachstumsprognose fürs laufende Jahr deutlich senken.

„Statt rund zwei erwarten wir jetzt nur noch etwa 1,5 Prozent Wachstum im Jahr 2018“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf unserer Redaktion. Zwar habe die deutsche Industrie in der ersten Jahreshälfte kräftig expandieren können, doch werde sie durch Sondereffekte wie das neue komplexe Kfz-Zulassungsverfahren WLTP belastet. „Die Umstellung aufs neue Verfahren sorgt für enorme Zeitverzögerungen, nachlassende Produktion, geringere Autokäufe und niedrigere Exporte.“

Handelsstreit bleibt Risiko

Als weitere Risikofaktoren nannte Kempf unter anderem den protektionistischen Kurs der US-Administration unter Donald Trump und den Handelsstreit zwischen den USA und China. Zudem erwartet er negative Auswirkungen durch den geplanten Brexit, auch wenn es einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU und eine Übergangsphase geben sollte.

Forderung nach Steuererleichterungen

Kempf erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung des BDI nach einer international wettbewerbsfähigen Unternehmensbesteuerung, sprich Steuererleichterungen für die Wirtschaft. „In erster Linie sollte die Politik die Unternehmen in die Abschaffung des Solidaritätszuschlags einbeziehen“, so der BDI-Präsident. Zudem verlangte er unter anderem einen Einstieg in eine steuerliche Forschungsförderung.

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Foto: Britta Pedersen/dpa


Der neue Abgas- und Verbrauchs-Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) gilt in der gesamten EU. Unter anderem der Volkswagen-Konzern hadert mit dem Verfahren, weil hunderte Getriebe-Motor-Kombinationen neu zugelassen werden müssen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN