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29.11.2018, 18:25 Uhr WELTWEITER STELLENABBAU

Bayer-Umbau: Stimmig und tragisch zugleich

Von Manuel Glasfort


Bayer ist ein traditionsreiches Unternehmen, das vor einem einschneidenden Umbau steht. Foto: AFPBayer ist ein traditionsreiches Unternehmen, das vor einem einschneidenden Umbau steht. Foto: AFP

Osnabrück. Diese Schrumpfkur kommt nicht überraschend. Bayer baut nach der Übernahme des Glyphosatherstellers Monsanto rund 12 000 Jobs weltweit ab, einen Großteil davon in Deutschland. Synergien zu heben zählt zum Standardprozedere nach Fusionen. Tatsächlich will der Vorstand in relativ turbulenten Zeiten den Rotstift ansetzen.

Für viel Unsicherheit sorgt die Klagewelle in den USA. Gegen die Leverkusener ziehen Zehntausende Amerikaner vor Gericht, die die Produkte des Konzerns – darunter den Unkrautvernichter Glyphosat – für Gesundheitsschäden verantwortlich machen. Ohnehin hat das Image des Pharmariesen unter dem Zukauf gelitten. Und nun kommt noch der Personalabbau hinzu. 

Mit dem Verkauf der Marken Dr. Scholl und Coppertone korrigiert Bayer einen teuren Fehler von 2014, als der Konzern diese und andere rezeptfreie Medikamente vom US-Rivalen Merck übernommen hatte. Auch die Trennung von der Tiermedizin-Sparte passt zu der von Bayer-Chef Werner Baumann ausgegebenen Parole „Klarer Fokus und langfristige Perspektive“. Er will einen Konzern formen, der sich auf Pflanzenschutz, Pharma und rezeptfreie Mittel konzentriert.

 Dieser Kurs mag stimmig sein, doch für die Mitarbeiter bleibt die Nachricht vom Stellenabbau tragisch – selbst wenn Bayer ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen will.


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