20.000 Euro pro Betrieb im Schnitt Nach dem Extrem-Sommer: So viele Bauern haben Dürrehilfen beantragt

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hohe Ernteeinbußen nach langer Trockenheit: Bund und Länder wollen den besonders betroffenen Landwirten mit bis zu 340 Millionen Euro unter die Arme greifen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaHohe Ernteeinbußen nach langer Trockenheit: Bund und Länder wollen den besonders betroffenen Landwirten mit bis zu 340 Millionen Euro unter die Arme greifen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Nach dem Dürre-Sommer nun die Dürre-Hilfen: Tausende Landwirte haben bislang Anträge auf finanzielle Unterstützung nach den extrem trockenen Sommermonaten gestellt. Insgesamt 340 Millionen Euro stehen zur Verfügung.

Mehr als 4000 Bauern haben bislang in Deutschland Dürrehilfen beantragt oder sich dafür registrieren lassen. Das zeigen vorläufige Zahlen aus insgesamt sieben Bundesländern, die unserer Redaktion vorliegen. Demnach meldeten allein in Niedersachsen bislang 1700 Landwirte Bedarf für eine Finanzspritze nach den extrem trockenen Sommermonaten an.

Nach Angaben des Agrarministeriums in Hannover belief sich die durchschnittlich beantragte Summe auf 20.000 Euro pro Betrieb. Die Behörde rechnet allerdings damit, dass die Zahl der Anträge noch auf 2000 steigt. Die Meldefrist ist noch nicht abgelaufen. Mit der Bearbeitung der ersten Hilfegesuche sei bei der zuständigen Landwirtschaftskammer aber bereits begonnen worden, so eine Ministeriumssprecherin.

Das Nachbarland Sachsen-Anhalt teilte auf Nachfrage mit, dass bislang 756 Anträge eingegangen seien. Zu Summen wollte sich das Ministerium in Magdeburg allerdings noch nicht äußern. Die Prüfung dauere an, hieß es.

Die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 795 Vormerkungen für Dürrehilfen. Tatsächliche Anträge seien bei der zuständigen Landwirtschaftskammer bislang aber kaum eingegangen, sagte ein Sprecher. Damit werde aber in naher Zukunft gerechnet. 

Schleswig-Holstein und Hessen berichteten auf Nachfrage von bislang jeweils 150 Anträgen. Zur Höhe der Hilfegesuche machten beide Länder keine Angaben. Auch hier soll zunächst die Prüfung der Unterlagen abgewartet werden.

Sachsen teilte mit, dass derzeit insgesamt 170 Gesuche bearbeitet würden, die Antragshöhe belaufe sich auf insgesamt 19,6 Millionen Euro. 21 Anträge in Höhe von 1,5 Millionen Euro seien bereits bewilligt worden.

34 Millionen Euro im Nordosten

Mecklenburg-Vorpommern meldete gestern 450 Anträge. Die eingeforderte Unterstützung beliefe sich auf 34 Millionen Euro, so das Ministerium.

Insgesamt nehmen 14 Bundesländer an dem Programm teil. Das Saarland und Rheinland-Pfalz hatten keinen Bedarf angemeldet. Die Meldefristen sind in den übrigen Bundesländern sehr unterschiedlich. In Bayern können Bauern erst seit Kurzem überhaupt Anträge stellen. Folglich liegen hier auch noch keine Zahlen vor.

Nach dem trockenen Sommer hatte es regional Totalverluste bei der Ernte gegeben. Niedersachsen war besonders betroffen. Der Bund und die Länder – ausgenommen Saarland und Rheinland-Pfalz – trafen daraufhin eine Vereinbarung zu Nothilfen für Bauern. Insgesamt stehen bis zu 340 Millionen Euro zur Verfügung. Die Länder sind für die Auszahlung zuständig.

Bauern müssen nachweisen, dass ihre wirtschaftliche Existenz infolge der Trockenheit gefährdet ist. Landwirte hatten immer wieder die Komplexität des Antragsverfahrens kritisiert. In mehreren Ländern war die Meldefrist für Anträge verlängert worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN