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27.11.2018, 18:17 Uhr KOMMENTAR

General Motors und die Elektromobilität: Zukunft ist teuer

Von Nina Kallmeier


Bis zu 15.000 Stellen könnten beim amerikanischen Autobauer General Motors demnächst wegfallen. Foto: imago/XinhuaBis zu 15.000 Stellen könnten beim amerikanischen Autobauer General Motors demnächst wegfallen. Foto: imago/Xinhua

Osnabrück. Als größter Autobauer des Landes ist GM für viele Amerikaner auch ein nationales Symbol, mehrfach lieferte sich der Konzern mit VW und Toyota ein Wettrennen um die Weltspitze. Ausgerechnet hier sollen nun Tausende Jobs und einige Werke wegfallen. Präsident Trump schäumt.

Die Automobilindustrie steht vor einem Umbruch, und der kostet Geld. Jahrelang haben Autobauer wie General Motors (GM), aber auch Volkswagen & Co. es verschlafen, auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren und unter anderem in alternative Antriebstechnologien und damit die Zukunft zu investieren. Nun bekommen sie die Quittung, die Leidtragenden sind die Mitarbeiter, die um ihren Job bangen müssen.

Die Absatzzahlen sinken, und auch Rekordgewinne, wie sie VW und GM zuletzt eingefahren haben, dürften sich nicht fortsetzen. Entsprechend ist der amerikanische Autobauer auch nicht der einzige, der Konsequenzen zieht. Erst jüngst haben die Niedersachsen – wenn auch moderater – ein Paket aus Stellenkürzungen und Investitionen angekündigt, um sich für die E-Mobilität fit zu machen. Andere Hersteller wie Ford werden folgen.

Aus Sicht der Industrie sind der Konzernumbau und die Einstellung umsatzschwacher Modelle wie bei GM eine logische Konsequenz des sich verändernden Marktes. Und eine zunehmende Bedeutung von Carsharing und vernetzter Mobilität wird die Absatzzahlen weiter sinken lassen und so Druck auf die Produktion ausüben. Das ist für die Belegschaft zwar bitter, aber unvermeidbar. Es ist jedoch besser, die Anpassungen aus einer Position der Stärke zu machen, als wenn Konzernzahlen die Verantwortlichen dazu zwingen. 


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