Regionalbank nach der Fusion Bartsch sucht nach neuem Kurs für die OLB

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Einen fantastischen Ausblick genießt OLB-Chef Axel Bartsch aus seinem Büro. Und die Aussichten für die Bank? Konkrete Pläne für die Neuausrichtung wird es erst im nächsten Jahr geben. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass der Personalbedarf weiter sinken wird. Foto: Manuel GlasfortEinen fantastischen Ausblick genießt OLB-Chef Axel Bartsch aus seinem Büro. Und die Aussichten für die Bank? Konkrete Pläne für die Neuausrichtung wird es erst im nächsten Jahr geben. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass der Personalbedarf weiter sinken wird. Foto: Manuel Glasfort

Oldenburg. Die OLB blickt auf ein bewegtes Jahr zurück: Verkauf an die BKB, Abschied von der Börse, Neuaufstellung der Spitze. Der neue OLB-Chef Axel Bartsch sucht nach einem Erfolgsmodell für das Institut – und will dafür die Filialen „neu denken“.

Wie gelingt es, eine Regionalbank wie die Oldenburgische Landesbank (OLB) attraktiver für Kunden und dauerhaft rentabler zu machen? Diese Frage treibt OLB-Chef Axel Bartsch um. Er lässt keinen Zweifel daran, dass sich bei dem Oldenburger Institut einiges ändern muss. „Ich habe noch mit keinem Angestellten gesprochen, der das anders sieht“, sagt er. Die Stimmung im Haus sei „positiv erwartend“, ergänzt Bartsch beim Gespräch in der Oldenburger OLB-Zentrale.

Das Büro des Vorstandschefs mit dem fantastischen Ausblick über Oldenburg steht ihm erst seit zwei Monaten zu. Fast sein gesamtes Berufsleben hat der 63-Jährige bei der Bremer Kreditbank (BKB) und deren Vorläufern verbracht. Seit 2006 führte der Jurist und Betriebswirt das kleine Institut, das er als sein Lebenswerk bezeichnet. Es war seine BKB, die die OLB vom Versicherungsriesen Allianz übernahm und die nun in dem deutlich größeren Institut aufgegangen ist. Als die Handwerker vor zwei Monaten das Logo der BKB am bisherigen Stammsitz in Bremen abschraubten und durch das der OLB ersetzten, habe ihm schon das Herz geblutet, gesteht Bartsch. Mit zur neuen OLB gehört noch das Bremer Bankhaus Neelmeyer, das sich auf vermögende Privatkunden spezialisiert hat und – anders als die BKB – seinen eigenständigen Auftritt behält. Die Bankengruppe befindet sich in der Hand angelsächsischer Investoren.

Filialen erhalten andere Rolle

Konkrete Pläne für den Umbau der Bank hat Bartsch noch nicht zu verkünden, doch spielt die Filiale in seinen Überlegungen eine zentrale Rolle. Während einfache Aufgaben wie Überweisungen heute online erledigt würden, müssten die Geschäftsstellen sich auf die Beratung fokussieren. „Unsere Filialen sollen Anlaufstellen für Kunden sein, die Beratungsbedarf in finanziellen Dingen haben und Wert auf das persönliche Gespräch mit einem Experten legen.“ 

Der Kunde solle in der Filiale die bestmögliche Qualität erhalten. „Er bekommt dann einen echten Spezialisten, der nicht alle sechs Wochen eine Baufinanzierung abschließt, sondern dreimal am Tag“, sagt der OLB-Chef. Zugleich müsse das Filialgeschäft mit dem digitalen Angebot verzahnt werden. „Der Kunde entscheidet, welchen Kanal er nimmt. Er wird bei uns auch eine Baufinanzierung online abschließen können. Die meisten werden in die Filiale kommen für diese Lebensentscheidung.“

Personalbedarf wird sinken

Bartsch lässt durchblicken, dass die Zahl der Filialen von derzeit rund 140 weiter sinken wird, ebenso wie der Personalbedarf. „Wir werden die Filialen so verteilen, dass sie sinnvoll die Bedürfnisse einer Region befriedigen können“, sagt er. „Wir sind ehrlich genug, unseren Mitarbeitern zu sagen, dass am Ende dieses Prozesses nicht die gleiche Zahl an Arbeitsplätzen herauskommen wird.“ Konkret soll es erst im nächsten Jahr werden. Die OLB kommt nach eigenen Angaben zurzeit auf etwa 2300 Mitarbeiter.

Mit seinen Plänen könnte Bartsch dort anknüpfen, wo sein Vorgänger Patrick Tessmann aufgehört hatte. Mit dem Programm „OLB 2019“ hatte Tessmann dem Institut Investitionen in Digitalisierung sowie Stellenabbau und Filialschließungen verordnet. Trotz des Sparkurses war der Überschuss im ersten Halbjahr 2018 um fünf Prozent gesunken – die Bank machte steuerliche Sondereffekte verantwortlich. Für das Gesamtjahr zeigte Bartsch sich optimistisch. Angesichts sehr niedriger Risikokosten sei ein „solides, positives Ergebnis“ zu erwarten.


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