Traditionsreicher Betrieb Hörnschemeyer aus Wallenhorst steigt Kunden aufs Dach

Von Christoph Lützenkirchen

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Legt Wert auf Teamarbeit: Ina Hörnschemeyer, Chefin der Firma Hörnschemeyer Dächer aus Wallenhorst. Foto: Christoph LützenkirchenLegt Wert auf Teamarbeit: Ina Hörnschemeyer, Chefin der Firma Hörnschemeyer Dächer aus Wallenhorst. Foto: Christoph Lützenkirchen

Wallenhorst. Was ist der Schlüssel zu unternehmerischem Erfolg? Wie schafft es ein Mittelständler aus Wallenhorst, Kunden von Hamburg bis Frankfurt für sich zu gewinnen? Kunden wie die Bundesbank, die den Auftrag für das Dach ihrer Niederlassung in Dortmund an die Firma Hörnschemeyer Dächer vergeben hat.

Deren Chefin Ina Hörnschemeyer übt sich in Bescheidenheit. „Wir bieten unseren Kunden das Rundum-sorglos-Paket, aber das können andere auch“, sagt die 36-jährige Betriebswirtin. Ganz wichtig sei der gute Name des Unternehmens, so Hörnschemeyer; da profitiere sie von der erfolgreichen Arbeit ihrer Eltern.

Ein guter Ruf will errungen werden. Der des Wallenhorster Unternehmens gründet sich auf eine mittlerweile 75-jährige Geschichte über drei Generationen. Albert und Martha Hörnschemeyer gründeten die Dachdeckerei 1943 – mitten im zweiten Weltkrieg. Der Vater der derzeitigen Chefin, Albert Hörnschemeyer jun., übernahm das Ruder 1978. Unter seiner Führung siedelte sich das Unternehmen 1982 auf dem 8000 Quadratmeter großen Betriebsgelände am heutigen Standort in Wallenhorst-Holllage an. Ina Hörnschemeyer und ihr Mann Holger Henzel – der 42-Jährige ist sowohl Maurer- als auch Dachdeckermeister – stiegen 2009 in das Familienunternehmen ein. Seitdem wuchs der Umsatz um circa 80 Prozent auf zuletzt sieben Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter liegt derzeit bei 50.

Schwerpunkt beim Neubau von Flachdächern

Ob Flachdach oder Steildach, Sanierung oder Neubau: Hörnschemeyer bietet seinen Kunden das gesamte Spektrum. Der Schwerpunkt liegt beim Neubau von Flachdächern. Etwa 80 Prozent der Umsatzerlöse entfallen auf das Projektgeschäft mit Bauträgern. Zu den langjährigen Stammkunden zählen Firmen wie Hellmann, KME oder der Kunststoffhersteller Quadrant Plastic Composites in Lotte. Laut Martin Andras, der bei Quadrant für die Instandhaltung der Gebäude verantwortlich ist, arbeitet sein Unternehmen seit 2002 mit der Firma Hörnschemeyer zusammen. Andras lobt die fachliche Qualifikation und Zuverlässigkeit des Partners. „Hörnschemeyer hält Termine ein und erledigt die Aufgaben schnell, da ist organisatorisch kein Sand im Getriebe. Dazu trägt sicher bei, dass das Unternehmen auch technisch gut ausgerüstet ist.“

Wer erfolgreich ist, hat zufriedene Kunden – und zufriedene Mitarbeiter. Bei Hörnschmeyer trägt dazu sicher auch der Führungsstil bei. Der basiere auf viel Verantwortung für den einzelnen Mitarbeiter, erklärt die Chefin: „Wir wollen als Team arbeiten. Einmal in der Woche kommt ein Personaltrainer zu uns ins Büro, und wir absolvieren ein gemeinsames Fitnessprogramm während der Arbeitszeit. Das soll den Zusammenhalt stärken.“

Firma findet keine Lehrlinge

Im Kerngewerk auf dem Dach setzen sie und ihr Mann ausschließlich eigene Mitarbeiter ein. An Subunternehmer werden nur Arbeiten in Randbereichen vergeben, zum Beispiel in der Begrünung oder für Holzbeläge. Hörnschemeyer bildet zurzeit mangels Bewerbern keine Dachdecker aus. Die Chefin bedauert das: „Wir könnten in unserem Betrieb bis zu drei Auszubildende pro Jahrgang beschäftigen.“ Die Mitarbeiter, die auf Montage im Einsatz sind, feiern zweimal im Monat freitags Überstunden ab. Für jeden Mitarbeiter hat das Unternehmen eine private Unfallversicherung abgeschlossen.

Solides Handwerk ist die Basis des geschäftlichen Erfolgs, ebenso aber eine professionelle Organisation und ein modernes Management. Bei Hörnschemeyer gehören dazu ein zeitnahes Forderungsmanagement und eine ausgefeilte Objektorganisation. Für das Projekt im Auftrag der Bundesbank – es hat ein Volumen von sechs Millionen Euro – arbeiten die Wallenhorster mit einem Konkurrenten zusammen, einer Dachdeckerei aus Hannover.

"Marktsituation ist komfortabel für uns"

Was die weitere Entwicklung des Familienunternehmens angeht, ist Ina Hörnschemeyer optimistisch. „Die aktuelle Marktsituation ist komfortabel für uns“, sagt sie: „Nicht der Preis steht an erster Stelle, sondern Dinge wie Qualität und Zuverlässigkeit.“ Potenzial sieht die Betriebswirtin unter anderem im Bau von Wohnraum in den Ballungszentren Hamburg, Ruhrgebiet und Frankfurt.

Ein großes Thema sind zudem Sicherungskonzepte für Dächer. Hörnschemeyer bietet seinen Kunden maßgeschneiderte Sekurantensysteme mit Anschlagpunkten, an denen sich Seile und Gurte befestigen lassen. Mit seinem Rundum-sorglos-Paket profitiert das Unternehmen außerdem vom wachsenden Wartungsbedarf seiner Kunden. Aktuell umfasst dieser Bereich eine Dachfläche von 250.000 Quadratmetern, das entspricht 35 Fußballfeldern.


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