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29.10.2018, 18:19 Uhr ISTANBULER FLUGHAFEN ERÖFFNET

Vergleich mit BER verbietet sich

Kommentar von Manuel Glasfort

Mit einer pompösen Eröffnungsfeier hat der türkische Staatspräsident Erdogan den neuen Istanbuler Flughafen eröffnet. Foto: AFPMit einer pompösen Eröffnungsfeier hat der türkische Staatspräsident Erdogan den neuen Istanbuler Flughafen eröffnet. Foto: AFP

Osnabrück. Nur gut vier Jahre hat die Türkei gebraucht, um den neuen Istanbuler Flughafen aus dem Boden zu stampfen. Die Planer des Hauptstadtflughafens BER dürften vor Neid erblassen. Dabei herrschen in der Türkei ganz andere Bedingungen.

Während der Berliner Pannenflughafen auch zwölf Jahre nach dem ersten Spatenstich noch nicht fertig ist, geht das Prestigeprojekt von Präsident Recep Tayyip Erdogan jetzt in Betrieb – ein beeindruckendes Tempo. Allerdings zieht sich der Umzug der Fluggesellschaften noch und auch der Bahnanschluss lässt auf sich warten.

Ohnehin haben es autoritär geführte Staaten leichter, derartige Projekte durchzupeitschen. Als die Arbeiter auf der Baustelle vor einigen Wochen gegen die miesen Arbeitsbedingungen protestierten, ließ Erdogan den wilden Streik von der Polizei niederknüppeln. Dutzende Arbeiter starben bei den Bauarbeiten. Der Vergleich mit dem BER verbietet sich also – was die zahllosen Pannen dort nicht entschuldigt.

Spannender ist die Frage, ob Erdogans hochfliegende Pläne wahr werden. Binnen zehn Jahren soll der neue Mega-Airport zum größten der Welt aufsteigen. Ein neues Drehkreuz zwischen Europa und Asien soll entstehen, wobei Istanbul gegenüber Dubai geografisch im Vorteil ist. Das Emirat hält allerdings einen bedeutenden Trumpf in der Hand: Emirates, eine profitable und bei den Passagieren angesehene Airline.


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