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Viele werden erwerbsunfähig Nur wenige Langzeitarbeitslose finden Job

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Nur wenige Langzeitarbeitslose, für die auf dem Papier die Erwerbslosigkeit endet, finden tatsächlich einen Job. Symbolfoto: dpaNur wenige Langzeitarbeitslose, für die auf dem Papier die Erwerbslosigkeit endet, finden tatsächlich einen Job. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Jedes Jahr verschwinden gut eine Million Menschen aus der Statistik für Langzeitarbeitslose. Nur ein Bruchteil von ihnen kommt aber auf dem Arbeitsmarkt unter. Die meisten Betroffenen werden erwerbsunfähig, erreichen das Rentenalter oder kommen in Maßnahmen unter. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor.

Nur wenige Langzeitarbeitslose, für die auf dem Papier die Erwerbslosigkeit endet, finden tatsächlich einen Job. Von den 930.000 Betroffenen, die von Januar bis September 2018 aus der Erwerbslosen-Statistik herausgefallen sind, ist nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung nur jeder Achte (11,9 Prozent) auf dem ersten Arbeitsmarkt untergekommen. Mehr als drei Mal so hoch (335.000) lag die Zahl derjenigen, die als arbeitsunfähig eingestuft wurden. 21 Prozent fanden eine Ausbildung oder kamen in anderen Maßnahmen unter.

Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der NOZ vorliegt. Im Jahr 2017 waren 1,3 Millionen Langzeiterwerbslose aus der Arbeitslosigkeit abgegangen, von denen nur zwölf Prozent einen neuen Job fanden. Der größte Teil (35,7 Prozent) wurde auch 2017 als arbeitsunfähig eingestuft, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Als langzeitarbeitslos gilt, wer länger als zwölf Monate keine Anstellung findet.

Linken-Sprecherin: Anstrengungen "völlig unzureichend"

Die Anstrengungen der Bundesregierung seien angesichts dieser Zahlen "völlig unzureichend", kritisierte Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Links-Fraktion. Über die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes debattierte gestern der Bundestag. Der Gesetzentwurf sieht öffentlich bezuschusste Jobs für Menschen vor, die seit mindestens sieben Jahren Hartz IV beziehen. Durch die Hürde werde "ein Großteil der Menschen, die sich jetzt Hoffnungen machen, ausgegrenzt", erklärte Zimmermann und warf der Bundesregierung einen "Etikettenschwindel" vor. Von den Arbeitgebern forderte sie, "stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen."


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