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11.10.2018, 14:30 Uhr KOMMENTAR

BMW investiert Milliarden: Zeitenwende in China

Kommentar von Manuel Glasfort

Mit BMW übernimmt erstmals ein deutscher Autobauer in China die Mehrheit an einem lokalen Joint-Venture. Foto: Nicolas Asfouri/AFPMit BMW übernimmt erstmals ein deutscher Autobauer in China die Mehrheit an einem lokalen Joint-Venture. Foto: Nicolas Asfouri/AFP

Osnabrück. Als erster deutscher Autobauer übernimmt BMW in China eine Mehrheit von 75 Prozent an seinem lokalen Joint Venture. Die Münchner bauen außerdem ein neues Werk - und setzen verstärkt auf Elektroautos. Ein Kommentar.

Für die deutschen Autobauer scheint sich eine Zeitenwende auf dem für sie so wichtigen chinesischen Markt anzubahnen. Als erster ausländischer Automobilkonzern darf BMW mehr als 50 Prozent an einem Gemeinschaftskonzern im Reich der Mitte übernehmen. Die lang ersehnte Öffnung des chinesischen Marktes ist auch für VW und Mercedes verheißungsvoll. Ein Mehrheitsanteil an den örtlichen Joint Ventures verspricht nicht nur mehr Kontrolle, sondern auch höhere Anteile an den Gewinnen auf einem florierenden Markt.

Für diese Möglichkeit dürfen sich die BMW-Bosse nicht nur in Peking bedanken, sondern auch in Washington. Donald Trumps Zollkrieg hat den Export von Autos aus dem BMW-Werk in den USA nach China unrentabel gemacht. Die Münchner müssen also ihre Kapazitäten in China erhöhen. Der Erwerb des Mehrheitsanteils erleichtert die Entscheidung für die Milliardeninvestitionen.

Peking dürfte der Abschied vom Joint-Venture-Zwang nicht allzu schwer gefallen sein. Die Regierung wollte den heimischen Autobauern so Zugang zu westlichem Know-How verschaffen. Doch die chinesischen Hersteller haben aufgeholt. Mit Geely und BYD haben sich zwei große Spieler im Bereich der Elektromobilität etabliert – und das ganz ohne Kooperation mit den deutschen Konzernen.


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