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30.09.2018, 16:40 Uhr KOMMENTAR

Musk-Rückzug_ Eine Chance für Tesla zur Emanzipation

Kommentar von Nina Kallmeier

Tesla-Chef Elon Musk gibt einen Teil seiner Macht im Unternehmen ab. Foto: David MCNEW/AFPTesla-Chef Elon Musk gibt einen Teil seiner Macht im Unternehmen ab. Foto: David MCNEW/AFP

Osnabrück. Tech-Milliardär Elon Musk wagt nun doch keine Kraftprobe mit der US-Börsenaufsicht und akzeptiert eine geschwächte Position bei Tesla. Er gibt den Vorsitz im Verwaltungsrat auf und zahlt eine Millionenstrafe. Ein Kommentar.

Unerfüllte Geschäftserwartungen, öffentliches Kiffen, exzentrischer Führungsstil, all das hat die Macht von Tesla-Chef Elon Musk in seinem Unternehmen nicht gefährden können. Das Wunderkind der Elektromobilität hätte wahrscheinlich noch lange als unangefochtener Platzhirsch Tesla zu Erfolg oder Untergang führen können, wäre da nicht diese Twitter-Nachricht über einen möglichen Börsenrückzug gewesen, die die US-Börsenaufsicht auf den Plan rief.

Dass Musk nun durch einen Deal im Anschluss daran den Verwaltungsratsvorsitz verliert, sollte er als Chance begreifen. Für ihn selbst, denn er ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Auch wenn Musk den Vorsitz im Kontrollgremium abgeben muss und damit einen Teil seiner Macht verliert, bleibt er Firmenchef. Ein „Berufsverbot“ ist ihm ebenfalls erspart geblieben.

Aber es ist vor allem eine Chance für das Unternehmen Tesla. Sowohl der Verwaltungsratsvorsitz als auch zwei neue Mitglieder des Gremiums sollen künftig unabhängig besetzt sein. Damit bringen sie hoffentlich frische Ideen, Impulse und Expertise mit, auf die das Unternehmen dringend angewiesen ist. Durch den Rückzug Musks bekommt Tesla somit die Gelegenheit, an diesem kritischen Punkt der Unternehmensgeschichte über seinen Firmenchef hinauszuwachsen.


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