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28.09.2018, 05:37 Uhr zuletzt aktualisiert vor EIN KOMMENTAR

Ryanair in der Kritik – Jeder sollte sich hinterfragen

Kommentar von Andre Pottebaum

Aus Angst erkannt zu werden, hält sich dieser Mitarbeiter eine Maske mit dem Porträt von Michael O·Leary, Vorsitzender von Ryanair, vor das Gesicht. Foto: dpa/Andreas ArnoldAus Angst erkannt zu werden, hält sich dieser Mitarbeiter eine Maske mit dem Porträt von Michael O·Leary, Vorsitzender von Ryanair, vor das Gesicht. Foto: dpa/Andreas Arnold

Osnabrück. Niedrige Löhne, schlechte Arbeitszeiten, fristlose Freistellungen – die Mitarbeiter der irischen Billigfluglinie Ryanair sind wahrlich nicht zu beneiden. Mit europaweiten Streiks setzen sie das Unternehmen nun weiter massiv unter Druck. Ryanair muss sich endlich wandeln und die Belange der Mitarbeiter ernst nehmen. Es ist an der Zeit.

Von Einsicht und Verständnis ist die Unternehmensführung allerdings weit entfernt. Stattdessen werden streikende Mitarbeiter überwacht und unter Androhung von Kündigungen eingeschüchtert. Soziale Verantwortung? Bei Ryanair hat sie keinen Platz.

Die Gewerkschaften in Europa tun gut daran, dem Unternehmen weiterhin auf die Füße zu treten und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Das gilt nicht nur für direkt beschäftigte Mitarbeiter, sondern auch für Tausende Leiharbeiter, die noch mehr unter den fragwürdigen Arbeitspraktiken zu leiden haben.

Die Hartnäckigkeit, mit der sich die Unternehmensführung gegen die Forderungen der Gewerkschaften stellt, dürfte dabei niemanden überraschen. Billige Flugtickets, mit denen Ryanair in wenigen Jahren zur größten Fluglinie Europas aufgestiegen ist, gehen zulasten der Mitarbeiter, die darunter jeden Tag zu leiden haben. Auch Kunden sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein. Für zehn Euro durch halb Europa zu fliegen ist daher mehr als fragwürdig.


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