Ferienbeginn in vielen Bundesländern Streik bei Ryanair: Flüge im Norden betroffen

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mitarbeitern der Fluglinie Ryanair haben sich zu einem 24 Stunden dauernden Warnstreiks vor dem Check-in Schalter der irischen Fluggesellschaft versammelt haben. Foto: Silas Stein/dpaMitarbeitern der Fluglinie Ryanair haben sich zu einem 24 Stunden dauernden Warnstreiks vor dem Check-in Schalter der irischen Fluggesellschaft versammelt haben. Foto: Silas Stein/dpa

Frankfurt/Dublin. Pünktlich zum Ferienbeginn in neun Bundesländern wird bei Ryanair gestreikt. Auch Flüge im Norden sind betroffen.

Passagiere des Billigfliegers Ryanair sind an diesem Freitag erneut von Streiks des fliegenden Personals betroffen. Gewerkschaften in sechs europäischen Ländern haben zu der neuerlichen Streikwelle aufgerufen. In Deutschland beteiligen sich die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) und die bei Verdi organisierten Flugbegleiter. Wie viele Flüge tatsächlich ausfallen, blieb aber zunächst unklar.

Weiterlesen: So schlimm sind die Arbeitsbedingungen bei Ryanair

Das Unternehmen hat vergleichsweise wenige Flüge für den Freitag gestrichen, der auf den Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern fällt. Neben 150 abgesagten Europaflügen sollten nach Aussage von Marketing-Chef Kenny Jacobs noch einmal 35 bis 45 Verbindungen von und nach Deutschland gestrichen werden. Später hieß es dann auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, es seien nach der VC-Ankündigung "weniger als 100" Flüge abgesagt worden.

Flüge in Hamburg und Bremen gestrichen

Wie der NDR meldet, strich die irische Fluglinie am Hamburg Airport 14 von 32 geplanten Ankünften und Abflügen. Konkret gehe es um die Verbindungen von und nach Malaga, Lissabon, Barcelona, Madrid, London und Palma de Mallorca. Auch Bremen sei von dem Ryanair-Streik betroffen. Von den geplanten 16 Starts und Landungen fallen vier weg. Betroffen sind die Verbindungen Bremen-Tampere und Bremen-Mallorca, wie der Billigflieger am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Eine Gewerkschaftsvertreterin nannte am frühen Freitagmorgen deutlich höhere Zahlen. Man rechne im Laufe des Tages mit deutschlandweit 250 gestrichenen Flügen, sagte Mira Neumaier von Verdi. Die Streikbeteiligung sei sehr hoch. "Es gab starke Einschüchterungen seitens des Unternehmens. Insofern ist es großartig, dass sich die Kollegen beteiligen", so Neumaier.

Nicht der erste Streik in diesem Jahr

Bei einer vorangegangenen Streikwelle ähnlicher Dimension im August hatte Ryanair europaweit rund 400 Flüge aus dem Programm mit täglich mehr als 2400 Verbindungen genommen. Auf Deutschland waren damals 150 abgesagte Flüge entfallen. Belgische Gewerkschaftsvertreter haben dem Management nun vorgeworfen, mit den knappen Streichungen Chaos für Passagiere und Personal an den Flughäfen zu provozieren.

An den beiden größten deutschen Ryanair-Basen in Frankfurt und Berlin hat Verdi für den Vormittag Kundgebungen angekündigt, zu denen auch Teilnehmer aus anderen Standorten erwartet werden. In Berlin will Verdi-Chef Frank Bsirske zu den Streikenden sprechen. Verdi beteiligt sich zum zweiten Mal an den Streiks bei Ryanair, für die VC-Piloten ist es das dritte Mal.

An dem zweiten europaweiten Streik von Piloten und Flugbegleitern sind Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien, den Niederlanden und Deutschland beteiligt. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Die einheitlichen Boeing 737-Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operieren von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7,15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN