Ein Bild von Manuel Glasfort
26.09.2018, 19:00 Uhr ANGESCHLAGENE LANDESBANK

Nord/LB steckt in vertrackter Lage

Kommentar von Manuel Glasfort

Nord/LB-Chef Thomas Bürkle hat eine Mammutaufgabe vor sich. Foto: dpaNord/LB-Chef Thomas Bürkle hat eine Mammutaufgabe vor sich. Foto: dpa

Osnabrück. In schwieriger Lage versucht das Management der Nord/LB, den Konzern neu aufzustellen. Während es mit dem Abbau fauler Schiffskredite nur langsam vorangeht, verläuft der Personalabbau immerhin planmäßig. Auch wenn die Schrumpfkur zunächst Geld kostet, hilft sie der Nord/LB auf lange Sicht, die Kostenseite in den Griff zu bekommen.

Die Landesbank ist nach wie vor schwach kapitalisiert und benötigt frisches Geld. Seit Monaten schon loten die Eigner Möglichkeiten aus, das Kapitalpolster der Bank zu stärken. Auch wenn das Institut sich nun für einen Teilverkauf an private Investoren hübsch macht – es ist fraglich, ob dieser Weg wirklich Erfolg versprechend ist. Problematisch ist noch nicht einmal, dass die Nord/LB dafür zunächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden müsste. Geht es nach Finanzminister Reinhold Hilbers, soll Niedersachsen weiterhin Mehrheitseigner der Bank bleiben. Welcher private Investor aber geht mit dem Einstieg bei einer angeschlagenen Bank ein Risiko ein, ohne ihren Kurs bestimmen zu können? Die Nord/LB ist für eine Minderheitsbeteiligung kaum attraktiv.  

Ohnehin gilt: Die Privatisierung von Landesbanken ist Neuland und äußerst kompliziert, wie das Beispiel der HSH Nordbank derzeit beweist. Der Verkauf des Instituts an US-Investoren stockt – sieben Monate nach Vertragsschluss.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN