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13.09.2018, 20:16 Uhr ARBEITSKAMPF BEIM BILLIGFLIEGER

Ryanair muss sich wandeln

Kommentar von Manuel Glasfort

In den konzerneigenen Farben sind die Uniformen der Ryanair-Flugbegleiter gehalten. In fünf Ländern wollen sie ab Ende September streiken. Foto: AFPIn den konzerneigenen Farben sind die Uniformen der Ryanair-Flugbegleiter gehalten. In fünf Ländern wollen sie ab Ende September streiken. Foto: AFP

Osnabrück. Gerade erst sind die Streiks in Deutschland vorbei, da muss Ryanair sich in fünf anderen Ländern auf Arbeitskämpfe einstellen. Es wird Zeit, dass der irische Billigflieger seine Politik gegenüber den eigenen Mitarbeitern ändert.

Die Gewerkschaften holen zu einem weiteren Schlag gegen den irischen Billigflieger Ryanair aus, und der ist wohlplatziert: Zum Beginn der Herbstferien will das Kabinenpersonal in fünf Ländern die Arbeit niederlegen. Der Streik in der Ferienzeit hat das Zeug, der Fluggesellschaft ordentlich das Geschäft zu verhageln – und ihren Kunden den Urlaub. Ryanair sollte sich wandeln und endlich entgegenkommender gegenüber ihren Arbeitnehmern auftreten.

Stattdessen zeigt sich das Management hartleibig wie eh und je. Die Gewerkschaft Verdi berichtet von massivem Druck auf das Personal. Beim jüngsten Streik in Deutschland drohte Ryanair seinen Piloten und Flugbegleitern empfindliche Lohnabschläge und den Abbau von Stellen an.

Das ganze Auftreten von Airline-Chef Michael O’Leary erinnert an das Verhalten von Industriebaronen im Frühkapitalismus. Das Schlimme: Die Drohungen scheinen zu fruchten. Glaubt man Ryanair, beteiligte sich an den deutschen Streiks nur eine Minderheit von 30 Prozent des Personals.

Die Kompromisslosigkeit der Konzernführung kann niemanden ernsthaft überraschen. Die konkurrenzlos billigen Ticketpreise von Ryanair gehen eben nicht ausschließlich auf eine schlanke Kostenstruktur, viele Extragebühren und besonders voll gepackte Flugzeuge zurück. Die schlechte Bezahlung des Personals gehört zum Geschäftsmodell. Wer bei Ryanair bucht, sollte das wissen – und zurzeit mit dem Risiko leben, dass die Urlaubsreise ausfallen kann. 


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