Leider kein Bild vorhanden
10.09.2018, 19:15 Uhr KOMMENTAR

EU-Vorstoß zu CO2-Werten: Noch sauberer


Brüssel. EU-Umweltpolitiker wollen den CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent verringern. Dabei schießen sie etwas über das Ziel hinaus: Ein Kommentar,

Es ist nicht hilfreich, bei den Bemühungen um einen ambitionierten Klimaschutz Umwelt- und Industriepolitik gegeneinander auszuspielen. Denn sie gehören zusammen. Deswegen kann eine derart wichtige Herausforderung wie die Säuberung der Autoabgase von Kohlendioxid auch nur dann gelöst werden, wenn allen Argumenten zugehört wird.

Dass auf Dauer der Elektro-Antrieb im Konzert abgasneutraler Motoren eine wichtige Rolle spielen wird, steht außer Frage. Aber wer einen überwiegenden Teil der Fahrzeuge durch Autos, die an der Steckdose „tanken“, ersetzen will, darf die Augen nicht vor dem Problem verschließen, woher die zusätzliche Elektrizität kommen soll. Weil Klimaschutz ganzheitliche Lösungen braucht und nicht das Verschieben der CO2-Emissionen von der einen zu einer anderen Quelle. Ambitionierte Grenzwerte für die Autos von morgen sind nötig. Die Erfahrung hat zu oft gezeigt, dass die Hersteller ohne den Druck des Gesetzgebers zu langsam und zu wenig effizient an neuen Motortechniken arbeiten. Aber dennoch müssen die gesteckten Ziele erreichbar sein. Weil sie sonst zwar das Gewissen beruhigen, aber in der Realität nicht sicherstellen, was sie bloß auf dem Papier suggerieren.

Wenn die Funktionäre des europäischen Dachverbandes einen Abbau der CO2-Schadstoffe im Abgas von 20 Prozent als „realistisch“ bezeichnen, sollte es wundern, wenn nicht auch 30 Prozent mit mehr Ehrgeiz möglich wären. Doch die jetzt verabschiedeten 45 Prozent des Umweltausschusses schießen über das Ziel hinaus.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN