zuletzt aktualisiert vor

Neuer Handelsriese Verträge unterzeichnet: Kaufhof und Karstadt geben Fusion bekannt

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Filialen von Karstadt und Kaufhof liegen in einigen Fußgängerzonen direkt nebeneinander. Foto: imago/Rupert OberhäuserDie Filialen von Karstadt und Kaufhof liegen in einigen Fußgängerzonen direkt nebeneinander. Foto: imago/Rupert Oberhäuser 

Köln. Heute wird es wohl offiziell: Die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof legen ihre Geschäfte zusammen.

Der Zusammenschluss der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt soll am Dienstag offiziell besiegelt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Verträge bereits unterzeichnet. Die zuständigen Kartellbehörden müssen allerdings noch zustimmen. 

Offiziell ist laut Informationen der dpa von einer „Fusion unter Gleichen" die Rede. Doch wird Karstadt-Chef Stephan Fanderl die Leitung des Warenhaus-Konzerns übernehmen. Und auch die Mehrheit der Anteile am neuen Unternehmen liegt künftig bei der Signa-Holding des Karstadt-Eigentümers René Benko: Signa erhält 50,01 Prozent, HBC 49,99 Prozent.

Einsparungen in vielen Unternehmensteilen

Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen seit der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung unter der Führung Fanderls gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Die Fusion und die damit einhergehende Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen. Außerdem könnten nach Einschätzung von Branchenkennern in der Verwaltung, Datenverarbeitung und Logistik beträchtliche Summen gespart werden. Offen ließen die Warenhausketten zunächst, ob im Zuge der Fusion auch Filialschließungen geplant sind. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gab es keine Angaben. 

Arbeitsplätze in Gefahr

Bei dem mit roten Zahlen kämpfenden Kaufhof sollen der "Süddeutschen Zeitung“ zufolge im Zuge der Fusion etwa 5000 der noch verbliebenen knapp 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings sind diese Angaben nicht unumstritten. Eine mit den Vorgängen bei Kaufhof vertraute Person, hielt die Zahl für viel zu hoch gegriffen. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich dem Zeitungsbericht zufolge auf einen Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen einstellen.

"Folgen prüfen"

Ein Wort mitzureden haben die Wettbewerbshüter. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte bereits an, die Fusionspläne auf jeden Fall genau unter die Lupe zu nehmen: "Wir stellen uns auf ein extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein." Es müssten sowohl die Folgen für die Kunden als auch für die Lieferanten geprüft werden.

Dabei müsse man nicht nur den stationären Handel berücksichtigen, sondern auch den Online-Handel. "Wir hatten bisher noch keinen Fall, in dem wir uns in diesem Umfang mit diesen Fragen auseinandersetzen mussten", sagte Mundt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte schon beim Bekanntwerden der Fusionsgespräche betont, dass für sie im Fall eines Zusammenschlusses drei Themen im Vordergrund stünden: "die Tarifbindung, die Beschäftigungssicherung und die Standortsicherung". 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN