Besonders Schweinehalter geben auf Bundesregierung: 23.700 landwirtschaftliche Betriebe weniger seit 2010

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Besonders die Zahl der Schweinehalter ging zurück. Foto: Jörn MartensBesonders die Zahl der Schweinehalter ging zurück. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland hat seit 2010 um mehr als 23.700 abgenommen. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. So gab es 2016 noch 275.392 Betriebe, zum Beginn des Jahrzehnts waren es fast 300.000.

Besonders Bauern mit weniger als 100 Hektar Fläche oder entsprechend kleinen Viehbeständen geben demnach auf. Die Zahl großer Betriebe nimmt hingegen zu. In der Branche wird die Entwicklung auch „Strukturwandel“ genannt. 

Die Bundesregierung spricht von einem „langfristigen Trend“. Treiber seien ökonomische Gründe, technische Entwicklungen, veränderte Verbraucherwünsche und gesellschaftliche Erwartungen - aber auch bessere Verdienstmöglichkeiten außerhalb des Bauernhofes. Trotz der Entwicklung hin zu mehr Größe sei die Landwirtschaft in Deutschland nach wie vor durch „bäuerliche Familienbetriebe“ gekennzeichnet. 

Immer weniger Schweinehalter

Die Zahlen der Bundesregierung zeigen auch, dass besonders die Zahl der Landwirte mit Schweinen zurückgeht: Sie sank von 2010 auf 2016 um 33 Prozent. Jeder dritte Schweinehalter hat also aufgegeben. Die sogenannte Wachstumsschwelle – die Grenze, ab der die Zahl der Betriebe zunimmt statt abnimmt – beziffert das Agrarministerium mit 2000 Schweinen. Im Schnitt hielten die Landwirte laut Agrarstrukturerhebung 695 Schweine. Die Zahl der Milchviehbetriebe sank ebenfalls stark um 23 Prozent. Bauernhöfe mit mehr als 100 Kühen wuchsen hingegen weiter. (Weiterlesen: Jeder zweite Sauenhalter will nicht mehr - warum?)

Die Grünen im Bundestag sind indes besorgt. Der agrarpolitische Sprecher Friedrich Ostendorff sagt, dem Höfesterben müsse ein Ende gesetzt werden. „Es geht um unsere bäuerliche Kultur und den ganzen ländlichen Raum.“ Sein Parlamentskollege Stefan Schmidt spricht von einer „dramatischen Entwicklung“. Es sei ein „leises aber konstantes Sterben“ im Gange.

Grünen-Politiker Schmidt forderte: „Die Politik muss die Teufelsspirale von immer größeren Betrieben, immer mehr Tieren, immer mehr Investitionsbedarf, immer kleineren Gewinnmargen und der immer größeren Abhängigkeit von Subventionen endlich durchbrechen und Alternativen entwickeln, die auch kleinen, bäuerlichen Betrieben ein gutes Leben ermöglichen.“


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