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03.09.2018, 18:27 Uhr DGB-AUSBILDUNGSREPORT 2018

Image der Berufsausbildung aufpolieren

Kommentar von Manuel Glasfort

Auszubildende arbeiten in einer Berufsschule an einer Werkbank. Foto: Sebastian Gollnow/dpaAuszubildende arbeiten in einer Berufsschule an einer Werkbank. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Osnabrück. Die duale Berufsausbildung nach deutschem Muster gilt zu Recht als Erfolgsmodell. Auch der jüngste Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes liefert keinen Grund zur Schwarzmalerei. Die gute Nachricht: 70 Prozent der Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden.

Es sollte jedoch zu denken geben, dass es sich um den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen vor 13 Jahren handelt. Mehrt sich die Zahl der Betriebe, die ihre Lehrlinge schlecht behandeln? Wenn 13 Prozent der Azubis Überstunden schieben, ohne einen Ausgleich dafür zu erhalten, ist das ein beunruhigender Befund. Solche Firmen dürfen sich tatsächlich nicht über Bewerbermangel beklagen.  

Obwohl sich in vielen Ausbildungsberufen gut verdienen lässt, hat die Politik lange Zeit das Abitur und anschließende Hochschulstudium als allein selig machenden Weg ins Berufsleben verkauft. Die Folgen zeigen sich im Boom: Kurzfristig einen Handwerker zu finden ist mancherorts fast unmöglich.

Immerhin: Union und SPD haben das Problem erkannt und wollen die duale Berufsausbildung attraktiver machen. Eine mit Augenmaß gewählte Untergrenze für Azubi-Gehälter und ein Meisterbonus können dabei helfen. Vor allem aber muss das Image von Ausbildungsberufen aufpoliert werden.


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